Die Gemeindepolizei von Puerto del Rosario bereitet die mögliche Einrichtung einer eigenen Hundestaffel vor. Dazu nehmen derzeit Polizisten an einer speziellen Ausbildung für Hundeführer teil.
Der Lehrgang findet in Los Realejos auf Teneriffa statt und wird von der Generaldirektion für Studien, Ausbildung und Forschung der kanarischen Regierung (Dirección General de Estudios, Formación e Investigación del Gobierno de Canarias) durchgeführt.
Im Mittelpunkt der Ausbildung stehen der Einsatz von Hunden zum Aufspüren von Betäubungsmitteln sowie Gehorsam und Führung der Diensthunde.
Nach Angaben der Gemeindepolizei ist die Teilnahme an dem Lehrgang ein weiterer Schritt auf dem Weg zur geplanten Einrichtung einer Hundestaffel (Unidad Canina) in Puerto del Rosario. Wann die neue Einheit ihren Dienst aufnehmen könnte und wie viele Hunde dafür vorgesehen sind, wurde noch nicht mitgeteilt.
Als erste Gemeinde auf Fuerteventura hatte La Oliva im Norden der Insel Ende 2024 eine Diensthundestaffel mit zwei vierbeinigen Beamten eingerichtet. Der Start war sehr erfolgreich. Die Gemeindepolizei von La Oliva konnte in den ersten zwei Monaten mehr Anzeigen wegen Ordnungswidrigkeiten und Straftaten im Zusammenhang mit Drogen schreiben als im ganzen Jahr 2024.
Langwierige und teure Ausbildung von Hund und Mensch
Was für Menschen einfach nach einem Kofferraum, einem Rucksack oder einem vollgepackten Raum riecht, ist für einen gut ausgebildeten Drogenspürhund eine Welt aus einzelnen Gerüchen. Die Tiere lernen, aus diesem Gemisch gezielt den Geruch bestimmter Betäubungsmittel herauszufiltern und selbst kleinste Mengen aufzuspüren. Einen Fund zeigen sie durch ein zuvor antrainiertes Verhalten an, häufig passiv, indem sie sich beispielsweise hinsetzen oder an der betreffenden Stelle verharren.
Die Ausbildung betrifft dabei nicht nur den Hund. Hund und Hundeführer werden als festes Team geschult. Neben der eigentlichen Geruchserkennung gehören Gehorsam, Sozialverhalten sowie das sichere Arbeiten in unterschiedlichen und teilweise unruhigen Umgebungen zum Training. Bis ein Drogenspürhund zuverlässig eingesetzt werden kann, vergehen in der Regel mehrere Monate. Die genaue Dauer hängt vom Ausbildungsprogramm, vom Hund und vom vorgesehenen Einsatzgebiet ab. Auch nach Abschluss der Grundausbildung muss das Team regelmäßig weitertrainieren, damit die erlernten Fähigkeiten erhalten bleiben.
Anders als klassische Schutzhunde werden reine Drogenspürhunde in der Regel nicht für Angriffe oder das Stellen von Personen ausgebildet. Schließlich arbeiten sie häufig in unmittelbarer Nähe zu Menschen, beispielsweise bei Kontrollen auf öffentlichen Plätzen, in Gebäuden, an Fahrzeugen oder bei größeren Veranstaltungen. Aggressivität und ein ausgeprägter Beißtrieb sind bei dieser Aufgabe daher gerade nicht erwünscht. Gefragt sind vielmehr ein ausgeprägter Spiel- und Suchtrieb, Konzentrationsfähigkeit, Gehorsam, Belastbarkeit und ein ausgeglichenes Wesen.
Die spanischen Polizeibehörden geben allein für die Anschaffung eines zukünftigen, noch nicht ausgebildeten Diensthundes zwischen 4.000 und 5.000 Euro aus. Dies lässt sich öffentlichen Ausschreibungen entnehmen. Hinzu kommen die laufenden Kosten für kontinuierliches Training und Fortbildungen der Hunde und der Hundeführer, Unterbringung, Transport, Futter und tierärztliche Betreuung.
Wenn Du unsere Inhalte nützlich, unterhaltsam oder informativ findest, kannst Du den Lohn für unsere Arbeit selbst bestimmen. Das geht ganz einfach über diesen Link: