Auf Fuerteventura hat sich das Atlashörnchen (Atlantoxerus getulus) zu einer Plage entwickelt, nachdem einige wenige Exemplare Mitte der 1960er Jahre als Haustiere auf die Insel gebracht worden waren. Während der Kampf gegen die als exotische invasive Art eingestuften Nager auf Fuerteventura mittlerweile aussichtslos sein dürfte, ist es bisher gelungen, die Ausbreitung auf andere Inseln zu verhindern. Und das trotz des regen Fährverkehrs zwischen den Inseln.
Ein Atlashörnchen (Atlantoxerus getulus) ist nun offenbar als blinder Passagier von Fuerteventura nach Lanzarote gelangt und hat dort einen Großeinsatz der Behörden ausgelöst. Das Tier hatte sich vermutlich in der Karosserie eines Mietwagens versteckt und wurde am 1. September 2026 in Playa Honda gesichtet, noch bevor es sich in die freie Natur absetzen konnte. Das Cabildo von Lanzarote und La Graciosa warnt aus diesem Anlass vor den erheblichen Risiken, die eine Ansiedlung der invasiven Art auf Lanzarote mit sich bringen könnte.
Nach Angaben des Cabildos war das Tier vermutlich am selben Tag mit einem Mietwagen nach Lanzarote gekommen. Das Fahrzeug war von einem Touristenpaar benutzt worden, das von Fuerteventura angereist war. Das Atlashörnchen hatte sich offenbar unbemerkt in der Karosserie versteckt.
Nachdem das Tier entdeckt und die Behörden verständigt worden waren, rückten Einsatzkräfte nach Playa Honda aus. An der Aktion waren die Gemeindepolizei von San Bartolomé, die Umweltbeamten des Cabildos von Lanzarote und das Einsatzteam des Netzwerks zur Früherkennung und schnellen Bekämpfung invasiver gebietsfremder Arten (RedEXOS, Red de Detección e Intervención de Especies Exóticas Invasoras) der kanarischen Regierung beteiligt.
Dank der Hinweise aus der Bevölkerung und des koordinierten Einsatzes gelang es, das Atlashörnchen einzufangen, bevor es entkommen konnte.
Ein einziges trächtiges Weibchen könnte unter gewissen Umständen ausreichen, um eine neue Population zu begründen. Das setzte unter anderem Voraus, dass sich im Wurf mindestens ein Männchen befindet, das das fortpflanzungsfähige Alter erreicht, um sich mit der Mutter, eventuell vorhandenen Schwestern oder anderen eingeschleppten Weibchen zu paaren. Aus biologischer Sicht besteht jedoch das Problem des sogenannten Gründereffekts aufgrund der extrem geringen genetischen Vielfalt einer solchen Population, die sich auf ein einziges Exemplar begründet.
Ob es sich tatsächlich um ein weibliches Tier handelte, wurde von den Behörden nicht bekannt gegeben.
Fuerteventura als warnendes Beispiel
Der Präsident des Cabildos von Lanzarote und La Graciosa, Oswaldo Betancort, betonte die Bedeutung des schnellen Eingreifens. Die Zusammenarbeit der Bevölkerung und die rasche Koordinierung der zuständigen Dienste hätten es ermöglicht, das Tier zu lokalisieren und einzufangen.
Der Fall Fuerteventura zeige, wie wichtig es sei, bereits beim ersten Auftreten einer invasiven Art zu handeln. Zu verhindern, dass sich eine solche Art überhaupt etabliert, sei entscheidend für den Schutz der Biodiversität, der Landwirtschaft und des Territoriums.
Auch der Regierungsrat für Umwelt im Cabildo von Lanzarote, Samuel Martín, verwies darauf, dass invasive Arten unbeabsichtigt auf eine Insel gelangen können. Jeder Hinweis aus der Bevölkerung könne deshalb entscheidend sein. Im konkreten Fall sei das Atlashörnchen eingefangen worden, bevor es die freie Natur erreicht habe. Damit sei verhindert worden, dass sich das Tier vermehren und die Art auf Lanzarote ausbreiten könne.
Atlashörnchen seit 1965 auf Fuerteventura
Wie gravierend die Folgen einer Einschleppung sein können, zeigt die Entwicklung auf Fuerteventura. Das Atlashörnchen wurde 1965 auf Fuerteventura eingeführt. Ausgangspunkt sollen zwei Tiere gewesen sein, die als Haustiere auf die Insel gebracht und anschließend freigelassen wurden.
Seitdem hat sich die Art massiv auf Fuerteventura ausgebreitet. Nach Angaben des Cabildos von Lanzarote wird die Population inzwischen auf bis zu eine Million Exemplare geschätzt.
Gebietsfremde invasive Arten können erhebliche Auswirkungen auf die biologische Vielfalt haben, wenn sie sich in Ökosystemen vermehren, in denen sie natürlicherweise nicht vorkommen. Beim Atlashörnchen können die Folgen unter anderem Vegetation, heimische Tierarten und landwirtschaftliche Kulturen betreffen. Darüber hinaus können wirtschaftliche Schäden und mögliche Risiken für die öffentliche Gesundheit entstehen.
Was bei einer Sichtung auf Lanzarote zu tun ist
Das Cabildo von Lanzarote bittet die Bevölkerung, jede Sichtung eines Atlashörnchens auf Lanzarote unverzüglich zu melden. Wer ein Tier entdeckt, soll nicht versuchen, es selbst einzufangen oder anzufassen. Auch ein eigenmächtiges Freilassen soll unbedingt unterbleiben.
Hinweise können über die Notrufnummer 112, die Gemeindepolizei der jeweiligen Gemeinde oder die Umweltbeamten des Cabildos von Lanzarote unter 928 598 548 gemeldet werden. Außerdem nimmt das Einsatzteam von RedEXOS Hinweise unter 646 601 457 entgegen.
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