Die Empfangshallen der Hotels auf den Kanarischen Inseln sind oft gut klimatisiert und werden selten voll ausgelastet. Die angenehm gekühlten Bereiche sollen bei großer Hitze in Zukunft auch der Bevölkerung als Klimaschutzräume zur Verfügung stehen.
Der Hotelverband Ashotel und die kanarische Regierung haben eine entsprechende Vereinbarung unterzeichnet, um Hotels und andere Beherbergungsbetriebe in das kanarische Netzwerk für Klimaschutzräume (Red Canaria de Refugios Climáticos) einzubinden. Ziel ist es, der Bevölkerung bei extremen Temperaturen kostenlos zugängliche Orte zum Abkühlen und Ausruhen zur Verfügung zu stellen.
Die Vereinbarung betrifft zunächst die Mitgliedsbetriebe von Ashotel in der Provinz Santa Cruz de Tenerife, also auf den Inseln Teneriffa, La Palma, La Gomera und El Hierro. Das übergeordnete Netzwerk soll jedoch auf allen Kanarischen Inseln entstehen, auch auf Fuerteventura.
Hotels öffnen Aufenthaltsbereiche bei extremer Hitze
Bereits im Juli 2026 hatte Ashotel die Initiative „Hotel als Klimaschutzraum“ (Ashotel Refugio Climático) gestartet. Teilnehmende Hotels stellen bei außergewöhnlich hohen Temperaturen bestimmte Bereiche ihrer Anlagen für die Bevölkerung zur Verfügung. Das Angebot richtet sich insbesondere an Menschen, für die extreme Hitze ein erhöhtes gesundheitliches Risiko darstellt.
Als Klimaschutzräume kommen klimatisierte Empfangshallen, Aufenthaltsräume und andere Gemeinschaftsbereiche infrage. Auch schattige Gärten, Terrassen mit Sonnensegeln und begrünte Innenhöfe können genutzt werden, sofern es dort deutlich kühler ist als in der ungeschützten Umgebung.
Die Bereiche müssen kostenlos zugänglich sein, angenehme Temperaturen bieten und über Sitzgelegenheiten sowie kostenloses Trinkwasser verfügen. Weitere Voraussetzungen sind eine ausreichende Barrierefreiheit und eine entsprechende Beschilderung.
Bereits 14 Hotels an Initiative beteiligt
Auf der Internetseite von Ashotel werden 14 Hotels und Ferienanlagen als Teilnehmer aufgeführt. Dazu gehören unter anderem GF Victoria, GF Costa Adeje, GF Fañabé, GF Isabel, Hovima Jardín Caleta, Mynd Adeje und Atlantic Mirage.
Die teilnehmenden Betriebe stellen ihre festgelegten Bereiche bei Aktivierung des Netzwerks entsprechend ihren Öffnungszeiten und verfügbaren Kapazitäten zur Verfügung.
Ashotel übernimmt die Koordination zwischen den Hotels und der kanarischen Regierung. Die Initiative ist Bestandteil der Nachhaltigkeitsstrategie „Ashotel Positiver Fußabdruck“ (Ashotel Huella Positiva).
Auch in der Provinz Las Palmas entstehen Klimaschutzräume
Unabhängig von der Initiative des Hotelverbandes arbeitet die kanarische Regierung gemeinsam mit dem kanarischen Gemeindeverband (Federación Canaria de Municipios, FECAM) am Aufbau eines öffentlichen Netzwerks. Eine entsprechende Rahmenvereinbarung wurde am 30.09.2026 unterzeichnet und am 21.10.2026 im kanarischen Amtsblatt veröffentlicht.
Auf Gran Canaria wird unter anderem ein Klimaschutzraum in San Bartolomé de Tirajana geplant. Für Santa Lucía de Tirajana wurden 2025 ebenfalls Vorschläge für ein kommunales Netzwerk erarbeitet. Auf Lanzarote entstand 2025 ein Pilotkonzept, das alle sieben Gemeinden der Insel einbezieht.
Die kanarische Regierung hat nach eigenen Angaben bereits mehr als 1.000 Standorte untersucht und rund 250 potenziell geeignete Flächen und Gebäude identifiziert. Diese sind allerdings nicht automatisch als betriebsbereite Klimaschutzräume anzusehen.
Was ist für Fuerteventura vorgesehen?
Auch die sechs Gemeinden auf Fuerteventura können sich dem öffentlichen Netzwerk anschließen. Dazu müssen sie eine Beitrittserklärung unterzeichnen und geeignete öffentliche Gebäude oder Außenbereiche benennen.
Als mögliche Klimaschutzräume kommen beispielsweise Bibliotheken, Gemeindezentren, öffentliche Gebäude sowie schattige Parks und Grünanlagen infrage. Entscheidend sind geeignete Temperaturen, Aufenthaltsmöglichkeiten, Zugänglichkeit und die Versorgung mit Trinkwasser.
Welche konkreten Standorte auf Fuerteventura bereits ausgewählt wurden und welche Gemeinden sich dem Netzwerk anschließen werden, ist bislang nicht bekannt.
Digitale Karte soll Schutzräume anzeigen
Die Standorte sollen künftig über das Kartenportal der kanarischen Kartografiebehörde (Cartográfica de Canarias, Grafcan) abrufbar sein. Vorgesehen sind Angaben zu Öffnungszeiten, Barrierefreiheit, Trinkwasser, Toiletten und weiteren Einrichtungen.
Hintergrund des Projekts sind Klimaprognosen, nach denen auf den Kanarischen Inseln mit steigenden Temperaturen sowie häufigeren und länger anhaltenden Hitzeperioden gerechnet wird. Das Netzwerk soll Einwohnern und Urlaubern während solcher Hitzeepisoden vorübergehend Schutz bieten.
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