Experten untersuchen Kadaver des verendeten Delfins

Mitarbeiter der Fischereiaufsicht entdeckten am 20.04.2010 erneut einen toten Delfin an der Küste von Corralejo. Es ist der vierte Meeressäuger, der innerhalb kurzer Zeit an den Küsten von Fuerteventura tot aufgefunden wurde.

Die Umweltabteilung des Cabildo de Fuerteventura (Inselregierung) hatte die Universität von Las Palmas (ULPGC) um Hilfe gebeten, um die genaue Todesursache des verendeten Tieres zu ermitteln. Die Universität entsandte ein Team von Biologen und Tiermedizinern, die gemeinsam mit Wissenschaftlern der „Gesellschaft zur Erforschung der Meeressäuger des Kanarischen Archipels“ eine Nekropsie durchführten.

Die Experten konnten zunächst feststellen, dass es sich um einen ca. 5 Jahre alten, noch nicht ganz ausgewachsenen, männlichen Rundkopfdelfin (grampus griseus) handelte. Das Tier war 3,05m lang und ca. 250 – 300kg schwer, und wies deutliche Zeichen von Abmagerung auf. Nahe der Fluke fanden die Forscher einen Tumor, der allerdings sowohl Ursache als auch Folge des Todes sein kann. Der Kadaver trieb wahrscheinlich bereits 5 Tage im Meer und lag einen Tag an Land, bevor er gefunden wurde.

„Meeressäuger können wie alle anderen Arten auch krank werden und an ihrer Krankheit sterben. Das Untergewicht des untersuchten Tieres deutet darauf hin, dass es schon längere Zeit krank war“, erklärte eine der Biologinnen, die an der Nekropsie beteiligt war.

Um die genaue Todesursache bestimmen zu können, müssen die Wissenschaftler aber noch mikroskopische Untersuchungen und weitere Analysen an Gewebeproben durchführen, was einige Wochen Zeit in Anspruch nehmen kann.

Die Nekropsie wurde in der biologischen Station von La Oliva durchgeführt, die über entsprechende Seziertische und über eine Kühlkammer verfügt, um Untersuchungen an so großen Meeressäugern durchführen zu können.

Nach Abschluss der Nekropsie soll das Skelett des Rundkopfdelfins präpariert und im Rahmen der Informationsprojekts „Die Wanderung der Meeressäuger“ ausgestellt werden.

Fuerteventura ist einer der bedeutendsten Orte Europas für die Forschung an Meeressäugern, da in den Gewässern vor den Küsten viele Delfine und Wale leben. Der Rundkopfdelfin ist eine der vielen Arten, die permanent in kanarischen Gewässern lebt. Andere Arten passieren die kanarischen Gewässer regelmäßig auf ihren langen Wanderwegen und andere lassen sich nur sporadisch hier blicken.

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