Angeschossener Schmutzgeier kehrt zurück in die Freiheit

Die Umweltabteilung der Inselverwaltung konnte Mitte November einen Schmutzgeier (Neophron pernocteropus majoriensis)  in die Freiheit entlassen.

Das Tier war im Mai von einem Anwohner in Villaverde mit einer durch eine Schrotladung verletzten Schwinge gefunden worden.

Der bereits sehr geschwächte und flugunfähige Greifvogel wurde in der Station für verletzte Wildtiere in Tafira aufgepeppelt und auf seine Freilassung vorbereitet.

Der Fuerteventura-Schmutzgeier ist eine endemische Tierart, die nur auf Fuerteventura und im Süden von Lanzarote vorkommt. Zurzeit sind 41 Brutpaare auf Fuerteventura registriert, weshalb die Art vom Aussterben bedroht ist. Dennoch ist dies ein deutlicher Fortschritt gegenüber dem Vorjahr, in dem es nur 38 Brutpaare waren. Dies ist u.a. auf die intensiven Schutzbemühungen und die Aufklärung der Bevölkerung zurückzuführen.

Gleichzeitig mit der Freilassung des Schmutzgeiers wurde auch noch ein Mäusebussard (Buteo buteo) ausgewildert, der sich ebenfalls in der Tierrettungsstation von einer Verletzung erholt hatte.

Der Tierarzt der Station äußerte anlässlich der Freilassung, dass man weiterhin gegen die Unbelehrbaren kämpfen müsse, die diese Tiere mit voller Absicht verfolgen. Im Fall des angeschossenen Schmutzgeiers gäbe es keine Ausrede, jegliche Verwechselung oder Fehlschuss sei ausgeschlossen, da im Mai grundsätzlich keinerlei Jagdaktivitäten gestattet seien.  Besonders verwerflich sei, dass auf das Tier mitten in der Brutzeit geschossen wurde, was den möglicherweise den Nachwuchs gleich mit zum Tode verurteilt hat.

Glücklicherweise ist die Genesung des Schmutzgeiers gut verlaufen, sodass er ohne jegliche Beeinträchtigung fliegen kann.

Die vorsätzliche Störung, Tötung oder das Einfangen einer geschützten Tierart in der Fortpflanzungszeit ist mit einer Geldstrafe von bis zu 200.000 Euro bedroht.

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