Cabildo investiert 187.880€ in den Kampf gegen Erosion in Cofete

Die Inselverwaltung (Cabildo) von Fuerteventura hat den Betrag von 187.880€ für die Eindämmung der um sich greifenden Erosion in Cofete bereitgestellt. In dem historischen Siedlungsgebiet an der südlichen Westküste von Fuerteventura sollen in 6 Zonen auf einer Fläche von rund 141.000m² alte Strukturen wiederhergestellt werden, die schon früher in der Landwirtschaft verwendet wurden.

Es handelt sich dabei in erster Linie um „cadenas de muros“, übersetzt „Mauerketten“. Diese Mauerketten wurden traditionell aus den in dem Gebiet vorhandenen Natursteinen ohne die Verwendung von Mörtel aufgeschichtet und quer zum Gefälle der Berghänge angeordnet. So wurde dann bei Regen das lose Material von den Mäuerchen zurückgehalten und bildete im Laufe der Zeit ganz von allein kleine, ebene, terrassenförmig angelegte Flächen, auf denen Getreide im Trockenfeldbau angebaut werden konnte. Außerdem konnte das Wasser nicht so schnell ablaufen und versickerte im Boden, wodurch die Pflanzen die Bodenfeuchte nutzen konnten.

Mit dem Verschwinden der Landwirtschaft auf Fuerteventura begann auch der Verfall der Mauerketten. Als auf den Feldern nichts mehr angebaut wurde, viel der Erosion verhindernde Effekt der Wurzeln weg, und Wind und Regen hatten leichtes Spiel, den fruchtbaren Boden fortzuspülen. Die einst fruchtbaren Hänge verwandelten sich so in öde Steinwüsten.

Dieser voranschreitenden Wüstenbildung, auch Desertifikation genannt, soll nun durch die Reparatur und den Wiederaufbau der alten Mauerketten Einhalt geboten werden. Der Wiederaufbau soll genau an denselben Stellen und auf traditionelle Weise erfolgen.

Cofete  war einst die bedeutendste Siedlung im heutigen „Parque Natural de Jandia“, die sich vermutlich Anfang des 19. Jahrhunderts bildete. Außer den Häusern der Siedler gab es Viehgatter, Wege, eine Kapelle zu Ehren der Jungfrau Mercedes und einen Friedhof.

Cofete zeichnet sich durch eine einzigartige Schönheit der Landschaft und durch eine Vielzahl von endemischen Pflanzenarten aus, die teilweise in ihrem Bestand stark bedroht sind.

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