Armut auf Fuerteventura: „Refugio Majorero“ verteilt Kleidung an fast 6.000 Bedürftige

Pájara war einmal die reichste Gemeinde Spaniens. Zu Zeiten des Booms wuchsen die Bevölkerung und der Wohlstand. Armut war eine Randerscheinung, die höchstens illegale Einwanderer betraf, die ohne Papiere und ohne Arbeit in einer prekären Lage waren. Doch diese Situation hat sich in den letzten Jahren dramatisch geändert. Viele Familien, die ehemals zur Mittelschicht gehörten, stehen vor dem sozialen Absturz oder sind bereits tief gefallen.

„Zu uns kamen früher fast nur Immigranten“, erklärt Nicolás García, Pastor der evangelischen Baptistengemeinde „Iglesia Cristiana Berera“ und Präsident des „Refugio Majorero“, einer gemeinnützigen Organisation, die Lebensmittel und Kleidung an Hilfsbedürftige verteilt. „Heute kommen Menschen aus allen Bevölkerungsschichten zu uns, auch viele Spanier und Menschen aus Fuerteventura, z.B. Paare, bei denen beide Partner seit drei Jahren arbeitslos sind, die keinerlei Stütze beziehen, und die kaum noch ihre Kinder ernähren können.“

 

Allein im laufenden Jahr konnte das „Refugio Majorero“ 28.000 Kleidungsstücke und 5.000 Paar Schuhe an 5.874 Bedürftige verteilen. Die Sachen stammen aus Spenden und aus den drei weinroten Altkleidercontainern, die die Organisation in Puerto del Rosario aufgestellt hat.

Außer Kleidung und Schuhen haben die 52 Freiwilligen der Organisationen in 2011 auch über 80 Tonnen Lebensmittel an insgesamt 257 Familien verteilt. In 2012 wurden bereits über 45 Tonnen Lebensmittel an 192 bedürftige Familien verteilt.

Zu Beginn der Tätigkeit stammten die Bedürftigen aus den Reihen der Gemeinde, inzwischen sind die meisten Begünstigten Leute, die nicht in der Kirche sind.

Das „Refugio Majorero“ hatte sogar einen Speisesaal mit einer kleinen Küche, wo bis zu 50 Personen ein warmes Mittagessen erhalten konnten, aber die ausufernde Nachfrage und fehlende Mittel zwangen die Organisation zur Schließung.

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