Behörden kämpfen gegen unerwünschte Einwanderer

Wenn man von „Einwanderern“ hört, denkt man auf Fuerteventura sicher zuerst an die illegalen Immigranten, die in kleinen Booten versuchen, von Afrika über die Kanaren nach Europa zu gelangen.

Doch zurzeit kämpfen die Behörden auf Fuerteventura gegen Einwanderer einer ganz anderen Art.

Der ungebetene Gast heißt wissenschaftlich „Pennisetum setaceum“, auf Spanisch „rabo del gato“ („Katzenschwanz“) und auf Deutsch „Afrikanisches Lampenputzergras“.

Das Lampenputzergras ist ursprünglich in Ostafrika, im tropischen Afrika, im Mittleren Osten und in Südwestasien beheimatet. Als Zierpflanze hat es dann seinen Eroberungsfeldzug um die ganze Welt begonnen und hat sich z.B. auf den Kanaren, Sizilien, Sardinien, Australien, Südafrika, Hawaii, Kalifornien und Südflorida ausgebreitet.

Es gilt als sogenannte „invasive Art“, die durch die Anpassung an Trockenheit und ihren schnellen Wuchs viele einheimische Pflanzenarten verdrängt und bedroht. Auch im spanischen „Nationalen Verzeichnis invasiver Arten“ wird die Pflanze geführt.

Dass der „rabo de gato“ seinen Weg auch nach Fuerteventura gefunden hat, ist seit einigen Jahren bekannt, und die „Verfolgung“ konnte die Ausbreitung bisher weitgehend verhindern. Zum ersten Mal wurde die Art 1999 auf Fuerteventura festgestellt.

Im Januar 2013 wurde der Eindringling nun in der Urbanisation Puerto Azul bei Tarajalejo entdeckt, wo er unbemerkt bereits eine nennenswerte Population bilden konnte.

Die Umweltabteilung der Inselverwaltung hat sogleich einen Trupp von Mitarbeitern in das betroffene Gebiet entsandt, um den Gegner auszulöschen. Im Kampf gegen die unkontrollierte Ausbreiten streifen die Mitarbeiter zunächst die Samen mit der Hand von den Grashalmen und verpacken diese Luftdicht in Plastiksäcken.

Danach rücken sie den Pflanzen mit Harken und Hacken zuleibe, um die unerwünschten Invasoren möglichst vollständig mit ihren Wurzeln zu entfernen. Zum Schluss wir die Stelle noch mit einem Herbizid behandelt, um ein erneutes Nachwachsen zu verhindern.

Aufgrund der Erfahrungen von den anderen Inseln gehen die Behörden mit aller Konsequenz gegen das Lampenputzergras vor, um Schäden für die biologische Vielfalt Fuerteventuras zu verhindern.

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