Kritische Zeit für gefährdete Vogelarten

Fuerteventura ist die Heimat einiger sehr seltener und vom Aussterben bedrohter Vogelarten.

Anfang April beginnt die Lege- und Brutzeit der meisten Arten, weshalb die kommenden Monate bis etwa Ende Juni für das Überleben der Vogelarten äußerst kritisch sind.

Die Inselverwaltung hat deshalb in einigen Schutzgebieten besondere Schilder aufgestellt und bittet die Bevölkerung, diese Gebiete zu meiden und sich in deren Umgebung möglichst leise und vorsichtig zu bewegen.

Zu den gefährdeten, endemischen Arten gehören beispielsweise der Schmutzgeier (Neophron percnopterus) und die Kanarische Kragentrappe (Chlamydotis undulata fuerteventurae).

Nachdem der Schmutzgeier auf Fuerteventura bereits fast ausgestorben war, zeigt dessen Population nach einem bereits 15 Jahre dauernden, intensiven Schutzprogramm deutliche Anzeichen der Erholung. Nach neuesten Studien dürfte die Population bei rund 230 Exemplaren liegen, von denen 98 feste Gebiete bewohnen und sich fortpflanzen. Ohne die Mitarbeit der Bevölkerung und vor allem einen Bewusstseinswandel wäre dieser Erfolg nicht möglich gewesen.

Die Umweltabteilung der Inselverwaltung informiert deshalb auch die Bürger darüber, was zu tun ist, wenn man verletzte, desorientierte oder sonst wie beeinträchtigte Wildtiere findet.

Wichtigste Regel beim Fund von Vogelküken: Grundsätzlich nicht anfassen und nicht mitnehmen! „Auch wenn es so aussieht, als seien sie hilflos, ist es oft so, dass die Mutter sich in der Nähe auf Nahrungssuche befindet. Oft bringt man uns Küken, die völlig gesund sind, dann ist es schwierig, sie wieder auszuwildern, erklärt Natalia Évora, Leiterin der Unweltabteilung der Inselverwaltung. Wildtiere dürfen nur mitgenommen werden, wenn sie eindeutig verletzt, desorientiert oder dehydriert sind oder sich in unmittelbarer Gefahr befinden, z.B. am Rand einer Straße. Vor jeder Handlung sollte man in jedem Fall immer erst die Behörde verständigen (Cabildo 928 86 23 00, Umweltagenten: 626 98 23 71 oder die SEPRONA der Guardia Civil, zur Not auch über die allgemeine Notrufnummer 112).

Wenn das Mitnehmen des Tieres unvermeidlich ist, sollte man sich ganz genau merken, wo man das Tier gefunden hat, damit es später wieder ausgewildert werden kann. Auf keinen Fall soll man dem Tier etwas zu fressen oder zu trinken geben, bevor es von Fachleuten untersucht worden ist. Zum Transport verwendet man am besten einen Pappkarton mit ausreichend Belüftungslöchern.

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