Pájara bestätigt: „Kein Touristenzug für Costa Calma“

Die Taxifahrer auf Fuerteventura fürchten die Konkurrenz wie der Teufel das Weihwasser. Schon wer Freunde in seinen privaten PKW einsteigen lässt, um sie ein Stück mitzunehmen, wird mitunter argwöhnisch angeschaut oder gar verdächtigt, sich der illegalen Personenbeförderung schuldig zu machen. So wundert es auch nicht, dass es offenbar Taxifahrer wahren, die scheinbar die bloße Anwesenheit eines „Touristenzuges“ bei der Gemeinde denunziert haben, wohl aus Sorge, dass daraus eine Konkurrenz entstehen könnte.

Ob der Zug tatsächlich bereit in Costa Calma zum Einsatz gekommen ist, oder ob die Taxifahrer nur „präventiv“ gewirkt haben, ist uns nicht bekannt.

Jedenfalls hat die Gemeindeverwaltung von Pájara umgehend reagiert und die Taxifahrer-Lobby mit einer Pressemitteilung beruhigt. Darin heißt es unter anderem:“… es gibt keinen genehmigten Touristenzug und dieser Service wird auch nicht in Erwägung gezogen…“

Weiterhin bestätigt Blas Acosta, Gemeinderat für das Transportwesen in Pájara, dass die „Taxifahrer der Gemeinde die gewiss sein können, dass es des Interesse der Gemeinde ist, den besten Service im öffentlichen Transport zu fördern, und zwar sowohl in Bussen, als auch in Taxis. Andere Alternativen werden nicht einmal in Betracht gezogen, weil deren Einführung in der aktuellen wirtschaftlichen Krisensituation den Markt des Personenverkehrs aus dem Gleichgewicht bringen und dessen Qualität für Besucher und Residente mindern könnte. Das Kollektiv der Taxifahrer erfüllt eine notwendige Funktion und erbringt eine sehr konkrete öffentliche Dienstleistung, die wir mit Entschlossenheit unterstützen, so wie wir es in der Vergangenheit getan haben.“

Die Gemeinde hat festgestellt, dass der von den Taxifahrern angeprangerte Touristenzug keine Genehmigung für den Transport von Fahrgästen hat, weshalb der diese Dienstleistung nicht erbringen darf.

Seit dem Wegfall der „gelb-blauen“ Busse im Gemeindegebiet von Pájara gibt es außer Taxis praktisch keine Möglichkeit, sich z.B. innerhalb von Costa Calma mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu bewegen. Viele Urlauber vermissen ihre „blau-gelben“ Busse, da diese sehr gerne genutzt wurden, um von den weiter vom Meer entfernt gelegenen Hotels zum Strand und wieder zurück zu fahren.

Vielleicht hätten sich die Verantwortlichen in der Gemeindeverwaltung einmal Gedanken darüber machen sollen, ob ein „Touristenzug“ nicht eine ganz gute Idee wäre, um den innerörtlichen Verkehr z.B. in Costa Calma zu verbessern, bevor man der Taxi-Lobby nach dem Mund redet. Schließlich existieren auch in vielen anderen Urlaubsgebieten gute Busverbindungen und Taxifahrer nebeneinander.

Ich glaube kaum, dass eine nennenswerte Anzahl von All-Inclusive-Urlaubern aus den Hotels in den hinteren Reihen sich für rund 8€ für Hin- und Rückfahrt ein Taxi gönnt, um während eines zweiwöchigen Aufenthaltes täglich damit zum Strand zu fahren. Auch die Notwendigkeit, zu diesem Zweck jeweils ein Taxi anzufordern, wird manchen davon abhalten. Gäbe es jedoch eine „Bimmelbahn“, die z.B. im 30-minütigen Rhythmus ihre Runden durch Costa Calma dreht, und die „hinteren“ Hotels mit der „ersten Strandreihe“ verbindet, und Fahrgäste für kleines Geld mitnimmt, fänden sich bestimmt viele, die auf diesen Service gerne zurückgreifen würden. Und auch Hotelangestellte, die im „hinteren“ Bereich der Costa Calma wohnen, und in den Strandnahen Hotels arbeiten, werden sich von ihrem kargen Gehalt kaum den Luxus von täglichen Taxifahrten leisten können und wären potentielle Kunden eines Touristenzuges.

Wenn sich also ein Unternehmen fände, dass diesen Service anbietet, wäre vielen gedient, und die Taxifahrer dürften kaum etwas verlieren.

3 Kommentare

  1. Sehr richtig KAKADU. Aber wie immer, abwarten und Tee trinken, an der Costa-Calma dauert alles etwas länger.

  2. Ich kann Blanco nur beipflichten, aber die Taxifahrer werden es zu verhindern wissen, obwohl der Dolmus eine Art Sammeltaxi ist. Ich habe den in verschiedenen Werbungen angepriesenen blauen Bus sehr vermißt, um schneller in verschiedene Teile Costa Calmas zu kommen.
    Man läuft zwar viel, aber manchen Touristen reicht eine Strecke und man würde gern zurück fahren. Braucht ja nicht kostenlos zu sein. Ein Kleinbus mit regelmäßigem Fahrtzeiten wäre insbesondere für Hotelurlauber von Vorteil, die z. B. einmal die Apotheke oder Märkte aufsuchen wollen.
    Aber auch Gaststätten würden profitieren.
    Bin gespannt, ob nächstes Jahr eine Touristenfrendliche Lösung gefunden wurde.

  3. In der Türkei gibt es den sogenannten “Dolmus”, das ist ein Kleinbus der regelmäßig bestimmte Strecken fährt
    und nicht viel kostet.

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