Schlechte Startaussichten für Spaniens „Bad Bank“

Die „Gesellschaft zur Verwertung der Vermögenswerte aus der Banken-Restrukturierung“ („Sociedad de Gestión de Activos Procedentes de la Reestructuración Bancaria“), kurz SAREB, Banco Malo oder „Bad Bank“, wird im ersten Jahr ihrer Tätigkeit deutlich weniger Immobilienwerte veräußern, als noch im Oktober 2012 im ersten „Businessplan“ angenommen. Anstatt der ursprünglich angesetzten 5 Mrd. Euro dürften in 2013 nur rund 1,5 Mrd. Euro in die Kassen der SAREB fließen. Dies hat der spanische Wirtschaftsminister Luis de Guindos kürzlich bekannt gegeben.

Bereits im Februar 2013 hatte der Internationale Währungsfond zu mehr Realismus bei der Einschätzung der Immobilienverkäufe der SAREB aufgerufen, woraufhin die Planzahlen für die Umsatzerwartungen deutlich nach unten korrigiert wurden. Auch für die Folgejahre sind die geplanten Absatzzahlen im neuerarbeiteten Wirtschaftsplan deutlich konservativer geschätzt. Anstatt von 10,5 Mrd. erwartet man nun weniger als 5 Mrd. aus Immobilienverkäufen für 2014.

Die schlechteren Absatzzahlen dürften zwangsläufig dazu führen, dass die SAREB in den nächsten Jahren Verluste einfährt und damit das Staatsdefizit erhöht. Das spanische Wirtschaftministerium verhandelt daher mit dem Europäischen Statistikinstitut Eurostat darüber, die SAREB nicht als öffentliche Verwaltung anzusehen und somit nicht dem Staatshaushalt zuzurechnen. Anderenfalls erhöhten sich die Staatsschulden um weitere 50 Mrd. Euro.
Die überarbeitete Version des Wirtschaftsplans der SAREB könnte Ende März 2013 abgeschlossen sein. Insgesamt 13 Beratungsunternehmen sind an der Durchführung der „due diligence“ beteiligt, darunter 6 Anwaltskanzleien, 5 Immobilienbewertungsunternehmen, sowie die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG und IBM, die für die technischen Lösungen und die Datenbanken verantwortlich ist.

Die SAREB hat notleidende Aktiva der staatlich übernommenen oder gestützten Kreditinstitute Bankia, Catalunya Caixa, Novagalicia und Banco de Valencia sowie CEISS, Caja3, Liberbank und BMN mit einem Bruttowert von rund 50,5 Mrd. Euro zu einem durchschnittlichen Bruttorabatt von 52% übernommen.

Die SAREB verfügt über insgesamt rund 200.000 Aktiva, darunter rund 110.000 Immobilien und 90.000 Forderungen aus Hypotheken und Krediten.

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