Fast 3.000 Bars schließen auf den Kanaren infolge der Krise

Die Wirtschaftskrise spüren auf den Kanaren nach wie vor praktisch alle Wirtschaftszweige. Aufgrund der massiven Arbeitslosigkeit von derzeit knapp unter 34% verfügen die Verbraucher schlicht nicht über das nötige Kleingeld oder aber sparen dieses, anstatt es in Bars, Restaurants oder im Einzelhandel auszugeben.

Obwohl der Kaffee in der Bar an der Ecke oder die schnelle Portion Tapas auch auf den Kanaren zur spanischen Lebensart dazugehören, leidet die Gastronomie sehr unter der aktuellen Wirtschaftslage. So mussten in den letzten 5 Jahren auf den Kanaren insgesamt 2.869 Bars aufgeben.

Dies entspricht einem Rückgang von 16,7% des Gesamtbestandes im Jahre 2008. Allein in 2012 schlossen 712 Bars auf den Kanaren.

Im Landesweiten Vergleich liegen die Kanaren etwas schlechter als der Durchschnitt. Landesweit haben in den letzten 5 Jahren 14,5% der Bars schließen müssen.

Für den Präsidenten der Kommission für die Gastronomie in der Handelskammer von Las Palmas, Francisco Pérez, hat auch die Erhöhung der Kanarischen Mehrwertsteuer (IGIC) für die Umsätze in Bars von 2% auf 7% dem Sektor erheblich geschadet. „Nicht alle Betriebe konnten diese Erhöhung durchhalten und mussten schließen.“ Für ihn sind Steuersenkungen unabdingbar. Auch die Steigerungen bei den Stromkosten und die Steuern auf Alkohol habe das Geschäft für die Barbesitzer immer weniger rentabel gemacht. Die Gastronomiekommission der Handelskammer bemängelt außerdem, dass sämtliche Unterstützung der öffentlichen Hand immer nur in die Hotellerie und in den Tourismussektor flössen, und die Bars, Restaurants und Cafés immer vergessen würden.

Außerdem sei die Politik und die Gesetzgebung zu rigide: „Obwohl wir vom Tourismus leben, gibt es Zonen wie z.B. Las Canteras (auf Gran Canaria) in denen die Öffnungszeiten stark eingeschränkt sind und um Mitternacht die Terrassen geräumt sein müssen. Es sei ein Widerspruch, die Inseln z.B. als Ziel für Kreuzfahrturlauber zu bewerben und dann den Gastronomiesektor an diesem Punkt nicht zu unterstützen.

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