Grabstätte prähispanischer Einwohnern im Süden Fuerteventuras liefert wichtige archäologische Erkenntnisse

Zum ersten Mal seit 34 Jahren wurde am 16.10.2011 im Süden Fuerteventuras eine Grabstätte mit den Überresten von drei Erwachsenen und einem etwa 10 Jahre alten Kind aus der prähispanischen Zeit entdeckt.

Nun haben Archäologen erste wichtige und teilweise neue Erkenntnisse der Analyse der Funde bekannt gegeben.

Die Grabstätte wurde in der Zeit zwischen dem 11. und 13. Jahrhundert nach Christus über einen Zeitraum von ca. 50 Jahren benutzt. Die Wissenschaftler gehen davon aus, dass es sich bei den Toten um Mitglieder derselben sozialen Gruppe gehandelt hat. Aufgrund des schlechten Erhaltungsgrades der Überreste konnten DNA-Untersuchungen nicht klären, ob die Menschen miteinander verwandt waren. Dass die Leichen nacheinander über einen Zeitraum von mindestens 50 Jahren in der kleinen Höhle bestattet wurden, beweist, dass es im Süden Fuerteventuras eine sesshafte Population gab, was der bisher gängigen These, dass der Süden Fuerteventuras vor der Eroberung durch die Normannen im 15. Jahrhundert unbesiedelt war, widerspricht.

Die Archäologen können aus den Knochenfunden noch weitere Details über das Leben auf Fuerteventura vor rund 900 Jahren herauslesen.

Die zuletzt bestattete Person litt unter schwerer Arthritis an der Wirbelsäule, wahrscheinlich durch das regelmäßige Schleppen schwerer Lasten in unwegsamem Gelände. Die Diät war proteinreich und überwiegend auf Fisch und Fleisch gestützt. Das kariesfreie Gebiss dagegen lässt den Schluss zu, dass die Menschen damals wenig Kohlehydrate und Süßes aßen. Allerdings muss die Person, so die Überzeugung der Archäologen, auch Hungerperioden durchlitten haben.

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