Explosive Bauarbeiten an der Playa de las Agujas in Corralejo

Im Rahmen eines umstrittenen Bauprojekts an der Küste Corralejos waren am 04.02.2014 sowie am Folgetag neben zahlreichen Baumaschinen auch laute Explosionen zu hören. Verantwortlich für dieses eher ungewöhnliche Strandbild im Touristenzentrum Corralejo ist das sich dort befindliche Hotel Atlantis Bahía Real, das sein Projekt zur Errichtung einer Badezone bereits im Juli 2010 vor dem „Ministerio de Agricultura, Alimentación y Medio Ambiente“, dem spanischen Ministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Umwelt, präsentiert hatte.

Mithilfe von Dynamit-Sprengstoff, der in die Gesteinsschicht der Klippenküste eingebracht wurde, sollte der nötige Grund für den Bau von zwei Plattformen geschaffen werden. Einer der zuständigen Technikexperten vor Ort versicherte, dass bei dem Sprengstoffgebrauch alle vorgeschriebenen Sicherheitsvorkehrungen eingehalten wurden.

Konkret geplant sind jeweils zwei Plattformen im Gezeitenbereich, die durch Stege mit zwei weiteren Meeresplattformen verbunden sind. Zusätzlich sollen drei Abschnitte mit einer Fläche von jeweils ca. 200m², ausgestattet mit Liegestühlen und Sonnenschirmen, den geplanten Badebereich komplettieren. Die erste Plattform, ein 351m² großes, mit Stahlbeton gestütztes Rechteck, wurde bereits fertiggestellt. Die zweite Plattform weiter südlich soll in der Form eines Sechsecks ganze 375m² Platz für Bars, Kiosks und eine Besucher- und Sonnenterrasse bieten.

Obwohl dieses Projekt seit November 2011 offiziell vom zuständigen Ministerium und der Gemeindeverwaltung von La Oliva (Ayuntamiento de La Oliva) autorisiert wurde, sorgen die Bauarbeiten für mächtig Ärger. Der Umweltverband Greenpeace sowie zahlreiche Umweltschützer sprachen sich gegen die Genehmigung des Bauprojekts aus, da sie befürchten, dass das Ministerium die Umweltbelastung des Vorhabens stark unterschätzt. Unter den Anwohnern wurde sogar eine Unterschriftenaktion gegen die Bauarbeiten gestartet – dabei wurden bis zu 1000 Unterschriften erreicht. In einem Bericht des Umweltministeriums hieß es aber, dass durch das Projekt „keine Veränderung der Küstenlinie erfolgt“ und es „keinen geschützten Bereich betrifft“.

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