Antigua räumt mit dem Franco-Erbe auf: Straße wird nach besonderer Familie benannt

Nachdem 2007 in Madrid die sogenannte „Ley de la Memoria Histórica“ verabschiedet wurde, sollten alle Zeichen, die mit dem Regime des Diktators Francisco Franco in Verbindung stehen und somit an wenig ruhmreiche Zeiten der spanischen Geschichte erinnern, nach und nach aus der Öffentlichkeit entfernt werden. Viele Symbole und Gedenktafeln sind seither aus spanischen Städten verschwunden und auch Namen von Straßen, Stadtvierteln, öffentlichen Plätzen oder Gebäuden wurden entsprechend abgeändert. Nun findet das Gesetz zum Gedenken an die Geschichte auch in der Gemeinde Antigua ihre Anwendung.

Das Plenum des Gemeinderats von Antigua genehmigte am 31. Juli einen Antrag der Regierungsgruppe, in dem die Bemühungen einer Familie gewürdigt werden, die seit mehreren Generationen maßgeblich zum wirtschaftlichen Wohl der Gemeinde beigetragen hat. Dieser Antrag stützt sich auf die Anerkennung der „Ley de Memoria Histórica“ im Jahr 2009 und sieht die Namensänderung der bisher bekannten „calle General Franco“ in Antigua vor. Die Straße trägt ab jetzt den Namen „Hermanos de Vera Hernández“ und ehrt somit eine Familie, die seit knapp einem Jahrhundert dort lebt und dessen Familienmitglieder über Generationen hinweg mehrere Geschäfte betrieben.

Für ihren ständigen Beitrag zum Wirtschaftsgeschehen der Gemeinde, der mit der ersten Bäckerei 1935 begann und bis heute andauert, wurde der Familie die besondere Ehre zugeteilt. Juan de Vera Manrique, der Großvater der Familie, wurde selbst in Antigua geboren und hatte mit seiner Frau insgesamt acht Kinder. In der Straße, die damals zu den Hauptstraßen der Gemeinden zählte, entschloss er sich, eine Bäckerei zu öffnen, die er bis 1941 führte. Außerdem betrieb er eine Taverne in dem Ort. Seine Kinder und Enkelkinder führten später ebenfalls Läden, darunter eine Boutique, eine Videothek, eine Bar und ein Eisenwarengeschäft. Ein Teil davon ist sogar heute noch geöffnet, sodass man die Familienmitglieder in ihrer „calle Hermanos de Vera Hernández“ bis heute antrifft.

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