Teneriffa: Engelhaie am Strand von „Las Teresitas“

Aufgrund ihrer Lage inmitten des Atlantischen Ozeans bieten die Kanarischen Inseln für viele verschiedene Hai-Arten einen optimalen Lebensraum. Einige Arten haben sich seit Jahren in den direkten Küstengewässern angesiedelt und halten sich ständig in Strandnähe auf. Dennoch sind die Badestrände für den Menschen ungefährlich. Bislang wurden noch nie ernsthafte Hai-Attacken gemeldet, da es sich meist um friedliche und kleinere Exemplare handelt. Der beliebte Badestrand von „Las Teresitas“ im Nordosten von Teneriffa ist bekannt dafür, die Heimat von Engelhaien zu sein, die bereits seit Jahren zahlreich dort zu finden sind.

Die friedlichen Tiere, die auch Meerengel genannt werden, sind aufgrund ihrer langen und flachen Form einfach mit Rochen zu verwechseln. Vielerorts sind sie vom Aussterben bedroht, da Schleppnetzfischerei die natürlichen Populationen im Mittelmeer und im Nordatlantik stark zurückgehen ließ. Ein solcher Fischfang wird auf den Kanaren nicht betrieben – unter anderem ein Grund dafür, dass dort besonders viele Tiere beobachtet werden können.

Verborgen im Wasser leben sie schon seit vielen Jahren in den ruhigen und warmen Gewässern vor der Küste von San Andrés, die reich an Nahrung ist und den Tieren somit sehr gute Lebensbedingungen bietet. Obwohl Engelhaie eher friedliche und ruhige Tiere sind, wurden in letzter Zeit ein halbes Dutzend Badegäste beim Schwimmen am „Playa de Las Teresitas“ gebissen. Wie das Rote Kreuz mitteilte, gab es 6-7 Fälle, in denen kleine Bisswunden an Füßen oder Knöcheln gemeldet wurden. Laut Pedro Pascual, einem Experten des Ozeanografischen Instituts in Santa Cruz bestehe jedoch kein Grund zur Sorge. Seine Erklärung ist relativ simpel. Junge Engelhaie kommen bei ihrer Suche nach Nahrung in etwa ein Meter tiefe Gewässer. In Bodennähe jagen sie ihre Beute, zu der kleine Fische, Weich- und Krebstiere gehören. Werden sie von den Badegästen im Wasser versehentlich getreten, so reagieren sie mit Bissen. Zudem erklärte Pascual, dass der Begriff „Bisswunde“ bei solch kleinen Tieren ziemlich weit hergeholt sei. Eher handele es sich um kleine Stiche, die in keinem Fall als ernsthafte Verletzung angesehen werden können. Die Annahme, dass die Bisse auf eine Unterart des Steinbutts zurückzuführen ist, da diese heimischen Fische ebenfalls zum Laichen nach Las Teresitas kommen, konnte jedoch ausgeschlossen werden. Trotz des Schreckens einiger Badegäste ist anzumerken, dass Engelhaie schon immer in der Nähe von Badegästen lebten und es noch nie Probleme gab. Eine treffende Bemerkung kam aus der örtlichen Umweltschutzabteilung: „Die Menschen, die nach Las Teresitas kommen und dort ihren Müll abladen, sind gefährlicher als die Haie.“

Auch auf Fuerteventura kommen Engelhaie regelmäßig vor. Mit etwas Glück kann man sie im flachen Wasser beim Schnorcheln entdecken, wo sie gut versteckt im Sand eingegraben auf Beutetiere lauern. Man sollte die Tiere jedoch nicht anfassen, da sie sich sonst bedroht fühlen könnten.

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