Fundstücke aus archäologischer Ausgrabung auf Lobos lassen Römisches Reich wieder aufleben

Nachdem auf der kleinen unbewohnten Lobos-Insel zufällig Keramikreste im Sand gefunden wurden, startete man 2012 eine ausgiebige archäologische Ausgrabung an der Playa de la Calera, in der man prompt auf antike Überreste stieß.

Nach speziellen Untersuchungen wurden die Fundstücke auf circa das erste Jahrhundert nach Christus geschätzt. Sie sollen Teil einer römischen Siedlung sein, in der Seefahrer des Römischen Reichs sich auf der Insel niederließen, um das wertvolle Purpur herzustellen. Neben zahlreichen Keramikteilen und Überresten von Mauern, die mit einer Werkstätte zur Farbgewinnung in Verbindung gebracht werden, fand man außerdem unzählige Überreste von Purpurschnecken, aus deren Drüsen der seltene Farbstoff damals mühsam gewonnen wurde.

Eine Zusammenstellung ausgewählter Fundstücke aus den ersten beiden Ausgrabungsphasen wurde nun im Kunstzentrum Juan Ismael in Puerto del Rosario ausgestellt und lässt somit das Römische Reich nach über 2200 Jahren ein Stück weit wieder aufleben. Die Ausstellung „Lobos 1“ zeigt Utensilien aus römischer Handarbeit, darunter Keramikteile von Amphoren, Koch- und Tischgeschirr, wie Töpfe, Krüge oder Schalen sowie auch Werkzeug aus Stein, das mit der Gewinnung von Purpur in Verbindung gebracht wird. Obwohl es sich um viele zerbrochene Teilfragmente handelt, konnten die Einzelteile noch gut identifiziert und eingeordnet werden und sind daher von großem Interesse.

Demnächst werden die Ausgrabungen in die nächste Phase gehen, in der die Archäologen weitere Fundstücke erwarten und somit neue Sichtweisen auf die Geschichte der Kanaren eröffnen könnten. Als Teil eines größeren Archäologie-Projekts sollen die Ausgrabungen auf Lobos die Erforschung der kanarischen Geschichte fördern und neue Antworten zu den römischen Siedlungsgebieten liefern.

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