Grünes Licht für die Erstgenehmigung des Flächennutzungsplans „PIOF“

In den letzten Jahren war der Flächennutzungsplan der Insel (Plan Insular de Ordenación de Fuerteventura; kurz PIOF) das große Sorgenkind unter den Aufgaben der Inselverwaltung. Der Plan stellt die beabsichtigte städtebauliche Entwicklung auf Fuerteventura dar und enthält bindende Vorgaben und Hinweise bezüglich des Inhaltes von Bebauungsplänen, die die Gemeinden darauf basierend erstellen müssen. Er legt die Bauplanung für die nächsten Jahre fest und entscheidet somit über die Schaffung verschiedenster Einrichtungen, von Schulen oder Altenheimen bis hin zu Straßen und Energieparks. Obwohl dieses Dokument sozusagen als Grundlage aller Bebauungspläne für die wirtschaftliche Entwicklung der Insel ungemein wichtig ist, kam seine Umsetzung in letzter Zeit nur sehr schleppend voran.

Der aktuell gültige PIOF war bei seiner Verabschiedung im April 2001 bereits unvollständig formuliert und sollte durch eine sorgfältig ausgearbeitete Neufassung ersetzt werden. Nachdem sich die Inselpolitiker dafür jedoch etwas zu viel Zeit gelassen haben, liefen die Fristen für das Verwaltungsverfahren ab und man musste bei Null anfangen.

Am 12. November wurde nun mit der „Aprobación Inicial“ ein erster Schritt in die richtige Richtung getan. Diese Erstgenehmigung kommt jedoch eher einem Beschluss gleich, mit dem allein die Aufstellung des Raumnutzungsplans genehmigt wurde. Dieser gebilligte Vorentwurf des Plans befindet sich nun 45 Tage lang in der Phase der öffentlichen Auslegung und kann erst danach durch eine „Aprobación Provisional“ vorläufig genehmigt werden. Bis zur endgültigen Genehmigung, der „Aprobación Definitiva“ steht dem PIOF also noch ein langer Weg bevor, in dem unter anderem auch eine Prüfung durch die kanarische Umweltkommission COTMAC vorgesehen ist.

Trotz alldem bedeutet diese erste Genehmigung das Ende eines mühsamen Ausfertigungsprozesses, das das Ziel verfolgt, eine nachhaltige und ausgeglichene Entwicklung auf Fuerteventura zu garantieren.

Wie es aus dem Cabildo hieß, sei dieser PIOF ein Plan voller Möglichkeiten. Die Beauftragte für Raumordnung Ornella Chacón erklärte dabei, dass „dieses Dokument eine Chance für die Bürger sei, weil es soziale Infrastrukturen und Gelegenheiten für junge Menschen schaffe, weil es in Kultur und Sport investiere und eine Gelegenheit zur Schaffung neuer Arbeitsplätze böte und weil es eine wirtschaftliche Entwicklung ermögliche.“

Der PIOF behandelt zwei große Themenschwerpunkte, die sich in jeweils vier Abschnitte gliedern: Wirtschaft sowie Infrastrukturen und öffentliche Dienste. Im Bereich der Wirtschaft zielt er z. B. auf die Ordnung und Stärkung der touristischen Aktivität auf der Insel ab. Er legt dabei die Obergrenze der Bettenkapazitäten auf 115.000 fest und schützt unberührte Landschaften vor der Bebauung. Ein weiterer Abschnitt des Plans umfasst Lösungsansätze für die Modernisierung der Landwirtschaft. Außerdem setzt er sich für Technologie und Innovation ein, indem die Aktivität des Technologieparks von Los Estancos mit einem großen Ergänzungsprojekt in der industriellen Forschungs- und Entwicklungszone des Valle de Agando unterstützt wird. Im Bereich der Infrastrukturen und öffentlichen Dienste legt der PIOF z. B. genau fest, welche Flächen für die Installation von Windparks und Solaranlagen geeignet sind, fördert ein ausgeglichenes Angebot an sozialen Pflegeeinrichtungen auf der Insel und legt alle Streckenabschnitte der geplanten Nord-Süd-Autobahn fest.

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