Strafverfahren gegen Bürgermeisterin von La Oliva im Feuerwehrskandal

Die Bürgermeisterin von La Oliva, Claudina Morales, die Gemeinderäte Minerva Carballo und Miguel van Daele, sowie vier Beamte der Gemeindepolizei und zwei weitere Beamte der Gemeinde La Oliva müssen sich in einem Strafverfahren vor Gericht verantworten. Angezeigt wurden sie von zwei Kandidaten, die in der theoretischen Prüfung des Einstellungsverfahrens für neue Feuerwehrleute im Jahr 2007 durchgefallen waren, in dem es offenbar Unregelmäßigkeiten gegeben hatte. Ebenfalls angezeigt wurden die 13 Feuerwehrleute, die den theoretischen Test bestanden hatten und schließlich als Feuerwehrleute verbeamtet wurden.

Vier der durchgefallenen Aspiranten hatten bereits nach der Prüfung Einspruch gegen die Prüfungsergebnisse bei der Prüfungskommission eingelegt, die aus den oben genannten Personen bestand. Dieser wurde jedoch abgelehnt, weil er „auf subjektiven Argumenten beruhte“. Auch ein weiterer Einspruch gegen die Einstellung der Feuerwehrleute wurde von der Gemeinde abgelehnt. Erst in der anschließenden Klage vor den Verwaltungsgericht fanden die Benachteiligten Gehör.

Der Richter kam zu der Erkenntnis, dass es bei der Prüfung nicht mit rechten Dingen zugegangen sein kann, weil diejenigen, die bestanden hatten, offenbar vor der Prüfung Zugang zu den Antworten gehabt haben mussten. In der zweiten Instanz wurde dieses Urteil dann noch einmal bestätigt.

Obwohl das Gericht vor mehr als zwei Jahren die Unrechtmäßigkeit der Prüfungsergebnisse festgesteltt hatte, hat die Gemeinde das Urteil nicht umgesetzt, obwohl dieses nicht nur die Prüfung sondern auch die Verbeamtung der Feuerwehrleute annulliert hatte.

Offenbar erst in Anbetracht der Strafanzeige will die Gemeinde nun angeblich alles daran setzen, „ein neues Einstellungsverfahren auszuschreiben und rechtskräftige Urteile umzusetzen.“

Den Richtern, die den Fall untersuchten, war aufgefallen, dass alle Kandidaten, die bestanden hatten, bei der Beantwortung einer Frage denselben Fehler gemacht hatten, und dass außerdem keiner von ihnen nur eine mittlere Punktzahl erreicht hatte.

Außerdem hielten alle Mitglieder der Prüfungskommission bei einer Frage zur spanischen Verfassung die Antwort Nummer vier für die richtige, obwohl diese tatsächlich falsch war. Alle bestandenen Kandidaten kreuzten aber gerade diese objektiv falsche Antwort als die richtige an.

Die Moral von der Geschichte: „Wenn führende Politiker und zukünftige Beamte selbst zum Bescheißen zu blöd sind, dann kann das brandgefährlich werden!“

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