Arbeitslose Jugendliche installieren erneuerbare Energiesysteme in Verbindung mit Jugend-Ausbildungsprogramm JANDIA

Auf dem Dach der Jugendherberge in Tefía hält sich eine Gruppe von Schülern im Rahmen des dualen Ausbildungsprogramms „JANDIA“ daran, solarthermische Kollektoren zu installieren, um das Wasser der Einrichtung damit aufzuheizen und so den Stromverbrauch zu reduzieren. Die Herberge ist das Zentrum der neuen Initiative, die vom Cabildo und der kanarischen Jugendstiftung Ideo mitgetragen wird. Dabei sollen 15 ausgewählte Jugendliche ohne Jobperspektiven in neun Monaten ausgebildet werden.

Beschäftigt werden sie unter der Aufsicht einer fünfköpfigen Lehr- und Führungsgruppe mit der Installation und Wartung von Solar- und Windkraftanlagen in den verschiedenen öffentlichen Zentren der Inseleinrichtung. Vor kurzem erst wurde das Projekt, das durch die Europäische Genossenschaft subventioniert und vom europäischen Sozialfonds mitfinanziert wird, offiziell in der Herberge präsentiert. Das Programm soll laut Insel-Präsident Mario Cabrera dabei helfen, erneuerbare Energien auf Fuerteventura zu etablieren. Schließlich gebe es hier durch die vielen Sonnenstunden und den starken Wind ideale Bedingungen dafür.

Nicht nur die Jugendherberge erneuert ihre Anlagen, auch andere öffentliche Einrichtungen, wie die Tageszentren in Puerto del Rosario und Gran Tarajal oder das Seniorenheim in Casillas del Ángel rüsten nun auf erneuerbare Energien um. Wie es aus der europäischen Genossenschaft heißt, liegt der Fokus des Projekts dabei, den jungen Menschen einen Arbeitsplatz zu ermöglichen, die ihn auch dringend brauchen. Während die Auszubildenden in den realen Arbeitsmarkt herangeführt werden und praktische Erfahrungen sammeln können, sollten sie nach dem Ende der Ausbildung bei einem Unternehmen einen Arbeitsvertrag abschließen können.

Der Plan des JANDIA-Programms sieht einen Wechsel zwischen Ausbildung und praktischer Arbeit vor, um die Einstellungsquote der kanarischen Jugend zu erhöhen und besonders denjenigen unter die Arme zu greifen, die kaum Qualifikationen oder Berufserfahrung vorweisen können. Das Programm hat eine vorgesehene Dauer von knapp neuneinhalb Monaten und endet voraussichtlich Mitte Oktober. 15 freie Plätze werden von Jugendlichen zwischen 17 und 24 Jahren besetzt, die vor allem aus Puerto del Rosario und La Oliva, aber auch aus anderen Teilen der Insel kommen. Die Azubis haben im Rahmen des Programms Ausbildungsverträge abgeschlossen und erhalten 75 Prozent des spanischen Mindestlohns. Diejenigen, die das Programm auch abschließen, können mit Berufszertifikaten für die Montage und Wartung von erneuerbaren Energieanlagen sowie auf höherem Niveau für die Montage und Wartung von Photovoltaik-Anlagen rechnen.

Durch die Modernisierung der elektrischen Geräte sowie der Beleuchtung in den Inseleinrichtungen kann nicht nur der Stromverbrauch um 60 Prozent reduziert werden, sondern dadurch auch die entsprechende Menge CO2 bei der Energieerzeugung eingespart werden. Außerdem können gleichzeitig die elektrischen Sicherheitssysteme und Energiespeicher auf den neuesten Stand gebracht werden. Laut Cabrera liegt das Ziel bei einer Erneuerung aller öffentlichen Einrichtungen. Während dieses Unterfangen gerade noch in der Inselbibliothek im Gange ist und unter anderem im Inselarchiv und im Palasthaus weitergeführt wird, soll auch in Zukunft das ganze Museumsnetz in das Projekt mit eingeschlossen werden. Am Beispiel des Windparks in Corralejo, der die Meeresentsalzungsanlage versorgt, seien die Vorteile erneuerbarer Energien schließlich schon deutlich geworden. Außerdem sei die positive Auswirkung auch in Puerto del Rosario zu sehen, wo durch effizientere Module in der Wasseraufbereitung der Verbrauch des Konsortiums für Wasserversorgung auf Fuerteventura (CAAF) um 30 Prozent reduziert werden konnte. Das Cabildo bestrebt weiterhin das Ziel, die Abhängigkeit von fossilen Energieträgern zu reduzieren und denjenigen Unternehmen eine Chance zu geben, die im Bereich sauberer Energien arbeiten.

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