Cabildo leistet Widerstand gegen Bau der geplanten Hochspannungsleitungen

Nach der positiv verlaufenen Umweltverträglichkeitsprüfung durch die COTMAC in einem der Teilabschnitte, in denen der Bau von freiliegenden Hoch- und Mittelspannungsleitungen auf Fuerteventura geplant ist, hat das Cabildo gegenüber der kanarischen Regierung, dem Industrieministerium sowie auch dem beauftragten nationalen Netzbetreiber Red Eléctrica erneut seine Ablehnung gegen das Projekt geäußert. Wie Inselpräsident Mario Cabrera erklärte, kämpfen Inselpolitiker seit Jahren entschlossen gegen die Aufstellung der Strommasten, die in ihrem geplanten Streckenverlauf Naturräume und zentrale Siedlungspunkte betreffen würden.

Der Widerstand konnte zwar bislang verhindern, dass das Projekt zum Interesse der Allgemeinheit erklärt wird, jedoch zeigen sich viele Inselpolitiker weiterhin beunruhigt, weil das Vorhaben nach der erfolgreichen Umweltverträglichkeitsstudie für die Leitungen zwischen Gran Tarajal und Matas Blancas nun wieder reaktiviert werden könnte. Kritisch beäugt wird auch, dass die Ermittlung der Umweltverträglichkeit auf einzelne Streckenabschnitte unterteilt ist, obwohl es sich letztendlich um ein großes Projekt handelt, das insgesamt mehr als 100 Kilometer lange Leitungen vorsieht, dessen Strommasten sich bis zu 50 Meter weit in die Höhe erstrecken und besonders im Zentrum und Süden der Insel durch zentrale Siedlungsgebiete verlaufen. Laut Cabrera sollte daher eine Verträglichkeitsstudie für das gesamte Projekt unternommen werden. Außerdem ist die geplante Freiluftleitung in Wirklichkeit Teil eines viel größeren Plans, der mehrere Inseln betrifft und Fuerteventura als Bindeglied einspannt. Das Projekt sei „überdimensioniert“, weil es so scheint, als ob der Stromtransport zwischen drei Inseln eher dem Ziel gleichkommt, als eine gute Stromversorgung auf Fuerteventura selbst. Cabildo, Gemeindeverwaltungen sowie zahlreiche andere Einrichtungen verweisen immer wieder auf die Möglichkeit einer weitestgehend unterirdischen Hochspannungsleitung, die ausschließlich in sensiblen Naturräumen freiliegend ausgebaut werden würde.

Ratlosigkeit herrscht auch darüber, dass in vielen Teilen der Insel bereits Stromleitungen stehen, die seit Jahrzehnten nicht genutzt werden, vor sich hin rotten und stattdessen irgendwo anders einfach neue gebaut werden.

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