Biologiestation in La Oliva: Ein Ort zur Erhaltung geschützter Fauna und Flora

Im letzten Jahrzehnt hat sich in der Biologiestation von La Oliva so einiges getan. Mit der Schaffung eines Zentrums zur Erhaltung wildwachsender Flora, einem speziell für Schülergruppen eingerichteten Lehrsaal, einem Untersuchungsraum zur Durchführung von Nekropsien und der Einrichtung eines Erhaltungszentrums für wild lebende Tiere konnte die Umweltschutzabteilung des Cabildo riesige Fortschritte machen. Durch solche Einrichtungen wird die Bedeutung der vielfältigen Fauna und Flora der Insel hervorgehoben sowie auch die Notwendigkeit ihrer Erhaltung betont.

Insgesamt widmet sich ein 30.000 Quadratmeter großes Gelände der Erhaltung geschützter Tier- und Pflanzenarten. Die Station kümmert sich unter anderem um verletzte, kranke oder verwaiste Tiere, um sie zu gesund zu pflegen und anschließend wieder in die freie Wildbahn entlassen zu können. In einigen Fällen müssen die Tiere auch nach Gran Canaria ins Rehabilitationszentrum von Tafira für verletzte Wildtiere gebracht werden, wenn eine klinische Behandlung von Nöten ist.

Zum Großteil werden Tiere wie Vögel oder Schildkröten, in selteneren Fällen auch Wale, in die Auffangstation nach La Oliva gebracht. Das Hauptziel der Einrichtung ist es dabei, den Tieren Nahrung zu bieten und in einer artgerechten Umgebung für ihre vollständige Genesung zu sorgen. Alle freigelassenen Exemplare werden mit einem speziellen GPS-Sender markiert, der eine dauerhafte Nachverfolgung ermöglicht. Diese kann sehr nützlich sein, da den Experten nicht nur der Standort jedes einzelnen Tieres mitgeteilt wird, sondern auch gewöhnliche Wanderungsrouten und natürliche Lebensräume der Tiere mitverfolgt gemacht werden können. Doch nicht alle Exemplare werden wieder entlassen, sondern aus diversen Gründen in der Einrichtung behalten, wo sie zu Forschungsprogrammen wie der Aufzucht in Gefangenschaft beitragen können.

So leben beispielsweise fünf Kanarische Kragentrappen dauerhaft seit bereits mehr als 16 Jahren in der Biologiestation, da es für sie aufgrund ihres gesundheitlichen Zustands zu gefährlich wäre, in freier Wildbahn zu überleben. Für die beherbergten Vögel gibt es eine Reihe von geöffneten Bereichen, die nach oben hin mit Netzen abgesichert sind, um eine Flucht zu verhindern.

Die Daten der Umweltschutzabteilung zeigen, dass die Hauptursachen für die Aufnahme von Tieren in der Station bei Kollisionen mit Fahrzeugen oder Stromleitungen oder Vergiftungen durch Abfälle oder präparierte Köder liegen. Durch gezielte Schutzmaßnahmen wie Spezialmarkierungen an Stromleitungen konnten solche Vorfälle jedoch in den letzten Jahren deutlich verringert werden.
In vielen Fällen handelt es sich bei den aufgenommenen Tieren auch um unterernährte oder stark geschwächte Exemplare. Häufig führt auch das Fehlverhalten ahnungsloser Bürger zu einer Desorientierung der Tiere. Frisch geschlüpfte Vogelbabys sollten beispielsweise niemals vom Boden aufgenommen werden, da ihre Eltern in der Regel immer in der Nähe sind und die Jungtiere meist mehrere Anläufe brauchen, um selbst fliegen zu lernen.

Die Biologiestation in La Oliva verfügt außerdem über einen abgesperrten Außenbereich, in dem die Knochenstrukturen gestrandeter Wale restauriert, gereinigt und zu einer Skelettskulptur zusammengebaut werden. Aktuell wird das aus den Salinas del Carmen bekannte Finnwal-Skelett in der besagten Einrichtung restauriert. Die Station ist somit auch ein wichtiger Teil der sogenannten „Senda de Los Cetáceos“, einer Initiative der Inselverwaltung, dessen Ziel es ist, Knochenstrukturen von Meeressäugern auszustellen, die in den letzten Jahrzehnten an verschiedenen Küstenorten der Insel gestrandet waren. Mit der Ausstellung der prachtvollen Riesenskelette soll ihr großer wissenschaftlicher Wert erhalten bleiben.

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