Cabildo kämpft mit Rabenplage

Vom Status einer vom Aussterben bedrohten Vogelart bis hin zur regelrechten Plage hat es der Kanarische Kolkrabe auf Fuerteventura bereits geschafft. Die Vermehrung der Krähen in den vergangenen Jahren ist laut Juan Estárico, dem Beauftragten für Landwirtschaft, Viehzucht und Fischerei der Inselverwaltung, eine Katastrophe für den landwirtschaftlichen Sektor. Nach wiederkehrenden Beschwerden von Bauern reagiert er nun auf die Plage und fordert die Umweltschutzabteilung der kanarischen Regierung auf, Kontrollmaßnahmen für die Rabenpopulation zu ergreifen.

Obwohl das Kolkraben-Vorkommen auf allen anderen Inseln auf einige wenige Exemplare beschränkt ist, haben sich die Tiere auf Fuerteventura stark vermehrt. Zwar gibt es keine konkreten Daten über die genaue Anzahl, die letzte Zählung aus dem Jahr 2014 ergab jedoch um die 100 Brutpaare. Im Vergleich dazu werden auf Teneriffa gerade einmal zwölf vermutet.

Dieser enorme Anstieg der Kolkrabenpopulation verursacht gewaltige Schäden, bei denen Landwirte und Viehzüchter nicht nur um ihre Ernte fürchten, sondern auch um ihre Tiere. Dass die gierigen Vögel sich an der Saat zu schaffen machen, ist für die meisten keine so große Überraschung, wie dass sie auch junge Ziegen attackieren und die Tiere mit ihrem Schnabel sogar tödlich verletzen können.
Estárico zufolge müssen Lösungen für die wachsende Krähenpopulation gefunden werden. Es könnten beispielsweise Tiere eingefangen werden, um sie auf anderen Inseln, auf denen ihr Vorkommen eher selten ist, wieder freizulassen. Außerdem könne man mit dem Einsatz von Falken ähnlich wie bei einer Möwenplage in Hafenanlagen für eine Abschreckung der Plagegeister sorgen. Im Hafen von Puerto del Rosario wurden bereits Falken freigelassen, um die Möwen zu verscheuchen und so zu verhindern, dass sie das Hafengelände verschmutzen. Oft müssen Kreuzfahrthäfen nämlich vor der Ankunft großer Schiffe von ihren Exkrementen gereinigt werden.

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