Mysteriöser Tod einer argentinischen Journalistin

In Puerto del Rosario untersucht die spanische Kriminalpolizei derzeit den Tod der 34-jährigen María Lorena M.O. Die Journalistin aus einer lokal bekannten Familie stammte ursprünglich aus Santiago del Estero im Nordwesten Argentiniens, beschloss jedoch vor Jahren, ihr Glück in Europa zu versuchen. Nach einem längeren Aufenthalt in Portugal kam sie schließlich nach Fuerteventura.

Als einige Freunde tagelang keinen Kontakt zu ihr herstellen konnten und auch wiederholte Anrufe unbeantwortet blieben, nahmen sie das Schlimmste an und verständigten die Polizei. Die angeforderte Einheit der Feuerwehr verschaffte sich in der Inselhauptstadt Zugang zum Haus der Frau und fand dort ihre Leiche vor.

Die Umstände ihres Todes fielen aber recht sonderbar aus: Sie befand sich in ihrer Badewanne und hatte den Schlauch der Dusche um den Hals gewunden, zeigte jedoch keine sichtbaren Spuren von Gewalteinwirkung. Die Haustür war verschlossen und wies keinerlei Anzeichen eines Einbruchs auf. Die Lichter im Haus waren ausgeschaltet. Auch die Geräte der Frau wie Handy und PC zeigten keine Spuren einer Manipulation. Die Fenster waren geöffnet und erzeugten einen Luftstrom, der die Verwesung der Leiche hinauszögerte. Aufgrund des vermuteten Mordes schrieb das Amtsgericht Nummer 6 für den Fall zunächst ein Ermittlungsgeheimnis vor.

Die Autopsie bestätigte schließlich den Verdacht, dass die Frau einen gewaltsamen Erstickungstod gestorben ist. Über Täter und Motiv herrscht bislang Unklarheit.

Der Ex-Freund der Toten, mit dem sie zu Beginn ihrer Zeit in Europa für mehrere Jahre liiert war, zog anfangs die Aufmerksamkeit der Ermittler auf sich, da bereits Anzeigen wegen Bedrohung seiner ehemaligen Partnerin vorlagen. Weil dieser sich zur Tatzeit aber in seinem Heimatland befand, konnte er zunächst als Täter ausgeschlossen werden. Entsprechend konzentrierte man sich auf das lokale Umfeld der Frau. Auch wenn keiner der Nachbarn etwas gesehen habe, bestätigten sie der Polizei, dass das Opfer oft Besuch von Freunden und auch diversen Männern bekommen hätte. Zudem soll ein Mann aus der Drogenszene in den Verdacht der Polizei gerückt sein.

Große Aufmerksamkeit erhielt der Todesfall in ihrer argentinischen Heimatstadt Santiago del Estero, wo die Familie recht bekannt ist. Die Schwester der Toten, das argentinische Model Gabriela Acosta, sowie andere Verwandte, mit denen sie in Kontakt stand, wurden ebenfalls von der Polizei befragt und sollen wertvolle Hinweise geliefert haben. Aktuell konzentriert man sich darauf, die Handydaten des Opfers auszuwerten. Daraus erhofft sich die Polizei weitere Anhaltspunkte zu finden, die zur Aufklärung des Verbrechens beitragen könnten.

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