Neues vom Prozess wegen versuchten Mordes der deutschen Animateurin aus El Castillo

Gerichtsmediziner bestätigten im Verfahren wegen versuchten Mordes am 15.11.2016, dass der Angeklagte Elías P.P. das Messer „mit Gewalt“ gegen Anke J. geschwungen habe. Es handelt sich bei der jungen Frau um eine deutsche Animateurin aus einem Hotel auf Fuerteventura, die am 22.05.2013 zwei Messerstiche auf der Strandpromenade von El Castillo abbekommen hatte. Das Opfer wurde anschließend schwer verletzt zurückgelassen und konnte nur durch die sofortige Behandlung im Krankenhaus gerettet werden.

Die Mediziner ließen die Möglichkeit offen, dass der Angreifer von hinten auf die Frau losgegangen war, konnten aber auch nicht ausschließen, dass die Attacke sich von vorne abgespielt hatte.

Sie machten bei der Anhörung auch die schwierige Genesung des Opfers deutlich, da es sich um tiefe Schnittwunden im Brust- und Bauchbereich handelte. Körperlich werde die junge Frau zwei große und markante Narben vom Brustbein bis zum Bauchnabel davontragen sowie in Zukunft mit Verdauungsproblemen und Schmerzen rechnen müssen. Die psychischen Folgen beinhalten ein posttraumatisches Stresssyndrom, bei welchem die Ärzte jedoch zuversichtlich waren, dass es schließlich überwunden werde.

An die Ausführungen der Mediziner schloss sich die Aussage zweier Psychologen an, die dem Angeklagten eine verminderte Intelligenz zuwiesen, durch welche er sich der Schwere des Angriffs und der Konsequenzen nicht vollständig bewusst gewesen sei.

Da das Blut der Frau am Griff des Messers und den Schuhen des Täters nachgewiesen werden konnte und dieser heimtückisch gehandelt und sein Opfer völlig unvorbereitet mit dem Messer angegriffen habe, wiederholte die Staatsanwaltschaft ihre Forderung nach 14 Jahren Haft wegen versuchten Mordes.

Die Verteidigung berief sich auf Unregelmäßigkeiten bei den vorgelegten Beweisen und dem Verlauf der Ermittlungen. Man nannte dabei konkret Widersprüche zwischen Zeugenaussagen sowie eine Kontaminierung der DNA-Proben.

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