Drei Jahre Haft für Dschihadistin aus Morro Jable

Die beiden Angeklagten marokkanischer Herkunft, die als mutmaßliche Mitglieder der Terrororganisation Islamischer Staat (IS) im Dezember 2015 auf Fuerteventura und in Barcelona von der spanischen Nationalpolizei festgenommen wurden, haben am 21.07.2017 vor dem Nationalen Gerichtshof (Audiencia Nacional) eine abgemilderte Haftstrafe akzeptiert.

Die 20-jährige Soukaina A. aus Morro Jable und der 33-jährige Marouan B.N. aus Mataró einigten sich dabei mit der Staatsanwaltschaft auf eine Freiheitsstrafe von drei Jahren sowie ein bzw. zwei Jahren zusätzlich auf Bewährung. Ursprünglich hatte die Staatsanwaltschaft sieben Jahre Haft gefordert.

Beide hatten intensive Propagandaarbeiten betrieben und dabei ein regelrechtes Netzwerk auf Twitter und Facebook geschaffen, um gezielt junge Muslime anzuwerben und für die Zwecke der Terrormiliz zu gewinnen. Erschreckend war dabei die Bandbreite an radikalen Formulierungen und Drohungen. Der Jahrestag der Madrider Zuganschläge wurde etwa zum Anlass genommen, um der spanischen Bevölkerung kommende Terrorattacken anzukündigen.

Neben Spanien richteten sich die deutlichen Worte zudem an Länder wie Frankreich oder die USA, aber auch an bestimmte Personen und Gruppen wie den König von Marokko oder die christliche Gemeinschaft allgemein.

Das Gericht bezeichnete die Propagandaaktivitäten der beiden Verurteilten als „hochgradig sadistisch“, bei welchen „keine Spur von Menschlichkeit“ zu erkennen sei, zumal beispielsweise bei diversen Videos mit extrem gewalttätigem Inhalt allen Zuschauern noch gute Unterhaltung gewünscht wurde.

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