Erkrankung des Blindenhundes nicht von Reiserücktrittversicherung gedeckt

Im Oktober 2016 wollte ein 39-jähriger blinder Mann mit seiner Mutter nach Fuerteventura reisen, als sein Blindenhund plötzlich einen epileptischen Anfall erlitt und somit nicht reisefähig war. Da der blinde Mann auf seinen Hund angewiesen ist, konnte er die Reise nicht antreten.

Als der Reiseveranstalter von ihm 990€ Stornokosten verlangte, meldete der Mann den Vorgang seiner Reiserücktrittversicherung. Diese weigerte sich jedoch zu zahlen.
Der Betroffene verklagte die Versicherungsgesellschaft und begründete seinen Anspruch damit, dass er sich durch die Erkrankung seines Blindenhundes in derselben Situation befand wie ein Sehender, der plötzlich sein Augenlicht verliert.

Ein bayerisches Gericht wies die Klage jedoch ab, weil in den Versicherungsbedingungen dieser Fall nicht konkret als versichertes Risiko aufgeführt ist. Die Versicherungsbedingungen enthalten eine abschließende Aufzählung der versicherten Risiken. Daher muss der Betroffene seine Stornokosten selbst tragen.

Leider war der Mann beim Abschluss seiner Reiserücktrittsversicherung offenbar schlecht beraten, denn es gibt tatsächlich Policen, die auch die plötzliche schwere Erkrankung eines Haustieres als Risiko abdecken.

Der Fall hat viel öffentliche Aufmerksamkeit erregt, sodass das Fremdenverkehrsamt von Fuerteventura und die Hotelkette R2 Hoteles den Mann für Oktober nach Fuerteventura eingeladen haben.

Damit ist zwar der finanzielle Verlust abgefedert, aber dennoch bleibt zu hoffen, dass es dem Blindenhund inzwischen wieder so gut geht, dass er die Reise mit seinem Herrchen tatsächlich auch bald antreten kann.

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