Neues von der archäologischen Ausgrabungsstätte auf Lobos

Ausgrabungen Lobos

Wie der Archäologie-Professor Darío Bernal Casasola von der Universität Cádiz kürzlich bekannt gab, wird im 1. Jahrhundert nach Christus eine starke Verbindung zwischen der Ausgrabungsstätte auf Fuerteventuras Nachbarinsel Lobos und dem spanischen Cádiz vermutet. Zur damaligen Zeit gehörte die andalusische Küstenstadt zu den wichtigsten Häfen der römischen Epoche.

Seit nun schon fünf Jahren wird auf Lobos gegraben, untersucht und geforscht. Dabei begann alles mit dem zufälligen Fund von Keramikteilen, die ein Tourist auf dem Montaña de Jable aufgesammelt hatte. Bei den Ausgrabungsarbeiten sind bereits einige Fundstücke ans Licht gekommen, die mit der Römischen Kaiserzeit in Verbindung gebracht werden. Sowohl die Form als auch die verwendeten Materialien sind eindeutige Indikatoren für eine Herkunft aus römischen Manufakturen an der Küste von Cádiz. Die archäologischen Arbeiten auf der Insel sind Casasola zufolge für die Erforschung der antiken Produktion ungemein wichtig.

Die Entdeckung einer Purpurfabrik und einer Stätte zur Nutzung der Meeresressourcen deutet darauf hin, dass dieser kleine Teil der kanarischen Inselgruppe von den Römern regelmäßig aufgesucht wurde. Die Ergebnisse der Ausgrabungen würden jegliche Zweifel darüber aus dem Weg räumen, dass ein reger Kontakt zwischen den Kanaren und dem spanischen Festland bestand und der Archipel somit fest in den römischen Handel eingebunden war.

Dank eines Abkommens zwischen den Inselverwaltungen von Fuerteventura und Teneriffa, der Universität La Laguna und dem Museum für Mensch und Natur ist vor einigen Wochen bereits die vierte Phase der archäologischen Forschungsarbeiten auf Lobos angelaufen, im Laufe derer die zunächst nur vermutete Präsenz der Römer auf der Insel bestätigt werden konnte. Außerdem wurde neben einer spezialisierten Arbeitsstätte zur Purpur-Herstellung auch eine Art Wohnbereich freigelegt, in dem römische Keramik sowie zahlreiche Reste der konsumierten Speisen zu finden waren, darunter hauptsächlich Ziegenknochen. Die Experten schließen nicht aus, dass es neben der Purpurfabrik auch einen Fischereibetrieb gegeben haben kann.

Cabildo-Präsident Marcial Morales hofft, dass die Ausgrabungsarbeiten weiterhin so erfolgreich verlaufen und dass die Stätte schon bald für Besucher geöffnet werden kann, um somit ein Stück neu aufgedeckte Geschichte nach außen zu tragen.

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