Vetternwirtschaft bei Vergabe von Strandliegen-Konzessionen vor Gericht

Strandliegen Caso Hamacas

Rund 100 Personen wurden wurden vom Gericht von Puerto del Rosario für den 18.09.2017 vorgeladen, um als Verdächtige im „Caso Hamacas“ (Strandliegen-Fall) auszusagen. Es geht dabei mögliche Korruption bei der Vergabe der Konzessionen zur Bewirtschaftung von Strandliegen und -Kiosken an den Stränden von El Cotillo und Corralejo im Gemeindegebiet von La Oliva. Als Straftaten kommen Vorteilsgewährung, Bestechlichkeit, die Manipulation von öffentlichen Vergabeverfahren und Betrug in Betracht.

In diversen Vergabeverfahren in den Jahren 2009 bis 2015 sollen Mitglieder eines Familienclans als Bieter mehrere abgesprochene Gebote abgegeben haben.

Die Vergabe ist immer zu Preisen erfolgt, die deutlich unter dem jeweils höchsten Gebot lagen, weil Bieter mit höheren Geboten diese anschließend zurückzogen bzw. absichtlich erforderliche Dokumente nicht einreichten, um ausgeschlossen zu werden.

Diese Masche kann nur dann funktionieren, wenn es auf Behördenseite einen Verbündeten gibt, der alle abgegebenen Gebote kennt und diese Information an die Bieter weiter gibt, die sich abgesprochen haben. So können die eingeweihten Bieter alle zu hohen Angebote zurückziehen, solange bis nur ein einziges Angebot bestehen bleibt, das über dem höchsten Angebot eines am Betrug nicht beteiligten Bieters liegt. So stellt die Betrügerbande sicher, dass sie in jedem Fall den Zuschlag bekommt, und das auch noch zum bestmöglichen Preis.

Es ist also klar, dass durch solche Praktiken die ausschreibende Behörde und damit die öffentlichen Kassen geschädigt werden, weil der realisierte Preis wesentlich geringer ausfällt, als bei einem korrekt durchgeführten Vergabeverfahren. Die „Gewinner“ des Vergabeverfahrens dagegen bereichern sich auf Kosten der Allgemeinheit.

Ersten Kommentar schreiben

Antworten

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.


*

Weitere Beiträge im Bereich Fuerteventura-Nachrichten