Gelbschnabel-Sturmtaucher-Nachwuchs in Gefahr

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Das Umweltschutzamt des Cabildo de Fuerteventura (Inselverwaltung) hat kürzlich den Beginn der diesjährigen Schutz- und Erhaltungskampagne des Gelbschnabel-Sturmtauchers (Calonectris diomedea borealis) verkündet. Der als “Pardela” bekannte Seevogel wird in mehreren Artenschutzlisten geführt. Die Kampagne erfordert eine Art Wachdienst für die frisch geschlüpften Vogeljungen, um in Not geratene Tiere aufnehmen und behandeln zu können und sie anschließend wieder freizulassen.

Die Initiative, die parallel zur Brutzeit der Seevögel jedes Jahr aufs Neue ausgerufen wird, soll bis November andauern.

Viele Stellen der Küste Fuerteventuras dienen den Pardelas als Nistgebiete. Da die Küken ihr Nest bei Dunkelheit verlassen und sich dabei am Mondschein orientieren, führt die Lichtkontamination aus den Städten dazu, dass die Tiere geblendet werden und somit während ihres Erstflugs verunglücken, indem sie plötzlich gegen Straßenlaternen, Strommasten oder sogar Fahrzeuge stoßen.

Auch wenn sie nach ihrem Fall zu Boden unverletzt bleiben sollten, so können sich die jungen Vögel meist noch nicht von alleine erheben, weil ihnen der Auftrieb fehlt.

Dank der Hilfe und Unterstützung vieler Bewohner und öffentlicher Institutionen wie dem Zivilschutz oder dem Roten Kreuz konnten in den vergangenen Jahren zahlreiche verunglückte Jungvögel gerettet werden.

Der Start der Kampagne wurde diesmal wieder durch verschiedene Kanäle groß kommuniziert. Zudem hat das Umweltschutzamt spezielle Transportkisten für aufgefundene Tiere bereitgestellt sowie alle notwendigen Rufnummern zur Meldung eines solchen Vorfalls auf den jeweiligen Infoprospekten vermerkt.

Es wird darauf hingewiesen, dass die Tiere keinesfalls mit Nahrung oder Flüssigkeit gefüttert werden sollten, auch wenn einem dies als Laie oft als fürsorgliche und richtige Handlung erscheint. Die kleinen Vögel sollen außerdem nur mit größter Vorsicht und Zurückhaltung angefasst werden, um ihren Stresspegel nicht unnötig zu erhöhen, ihr Gefieder nicht zu beschädigen oder sie gar irgendwie zu verletzen.

Das Tier sollte möglichst in einer geschlossenen Box aufbewahrt und transportiert werden, die unbedingt Luftlöcher enthalten sollte. Auch unnötiger Lärm in der Umgebung sollte so gut es geht vermieden werden. Wichtig ist es, in jedem Fall die Experten aus der Umweltschutzabteilung zu informieren, die unter der Notrufnummer 112 erreichbar sind. Um eine optimale Behandlung des verunglückten Tieres zu gewährleisten, sollte man das Fachpersonal möglichst über Fundort und -zeit sowie die genauen Umstände aufklären.

Sollte das Tier keine schwereren Verletzungen aufweisen und am Tag des Auffindens nicht abgeholt werden können, kann es unter den oben genannten Bedingungen bis zum Folgetag aufbewahrt oder beim nächstgelegenen Polizeirevier abgegeben werden.

Denn auch wenn es auf den ersten Blick unverletzt erscheinen mag, sollte das Jungtier nicht ohne Untersuchung zurückgelassen werden.

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