Polizei entdeckt Vertriebsnetz für illegale Tattoofarben auf den Kanaren

illegale Tattoofarben

Beamte der Guardia Civil, der Zollbehörde und der Gesundheitsinspektion der Kanarischen Regierung haben in einer gemeinsamen Aktion rund 4.000 Flaschen mit nicht zugelassenen Tätowierfarben beschlagnahmt.
In Spanien müssen Tätowierfarben von der Spanischen Agentur für Medikamente und Gesundheitsprodukte für die Verwendung und den Vertrieb zugelassen sein.

Gegen insgesamt 43 Personen wurde im Rahmen der Operation „Eternal Ink“ („Ewige Tinte“) wegen verschiedener „Delikte gegen die öffentliche Gesundheit“, Schmuggel und Steuerunregelmäßigkeiten ermittelt.
Die Ermittlungen begannen im Januar 2017, als Beamte einen Mann entdeckten, der 16 Fläschchen mit illegaler Tattofarbe mit sich führte, als dieser im Hafen von Las Palmas de Gran Canaria die Fähre nach Fuerteventura nehmen wollte.

Die Beamten ermittelten nach dieser Entdeckung weiter, um sowohl die Quelle als auch den Empfänger der nicht zugelassenen Tätowierfarben ausfindig zu machen.  Als Quelle konnten die Ermittler einen Tattoo-Shop in Las Palmas de Gran Canaria identifizieren, offenbar die Zentrale für die Distribution auf den Kanarischen Inseln. Bei einer Durchsuchung des Ladens fand die Polizei 1.000 Farbfläschchen mit illegaler Farbe, woraufhin der Inhaber des Geschäftes, seine Geschäftspartnerin und eine mutmaßliche Angestellte festgenommen wurden.

Auch in den folgenden Durchsuchungen anderer Tattoo-Studios, die als Abnehmer der Farben ermittelt wurden, fanden die Beamten die nicht zugelassene Ware, sowie auch andere nicht zugelassene Behältnisse. In allen Geschäften waren die illegalen Tinten versteckt, damit sie bei einer normalen Inspektion durch die Gesundheitsbehörde nicht auffallen.

Immerhin befand sich unter allen auf den Kanaren untersuchten Tattoostudios eines, das seine Kunden in der Einverständniserklärung über die Verwendung dieser nicht zugelassenen Tinten informierte, wenngleich die Verwendung dennoch verboten blieb.

Auf Gran Canaria wurden 629 Flaschen der illegalen Farbe in 10 Studios gefunden, auf Teneriffa 850 Flaschen in 12 Studios, auf Fuerteventura 290 Flaschen in 8 Studios und auf Lanzarote 400 Flaschen in 7 Studios.

Grundsätzlich müssen Tattoo-Farben, die keine Zulassung in Spanien haben, nicht unbedingt schlecht oder gar gesundheitsgefährdend sein. Allerdings hat der Verbraucher nicht die Sicherheit, dass die Produkte entsprechende Laboruntersuchungen über Gesundheitsrisiken bestanden haben. Die Langzeitfolgen von Tattoos sind noch wenig erforscht. Farbpigmente können giftig, krebserregend und mutagen sein. Es gilt als erwiesen, dass Tattoofarben im Körper wandern und sich z.B. in den Lymphknoten ansammeln können.

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