Schlag gegen Kokain-Gang auf La Palma

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Im Rahmen der Operation „Tridentis“ hat die Guardia Civil eine Bande von Drogenschmugglern festgenommen, die im großen Stil Kokain in doppelten Böden von speziell präparierten Fahrzeugen vom spanischen Festland auf die Kanarischen Inseln transportiert hat.

Die Kriminellen hatten sich zwei ausgefeilte Methoden für die Öffnung der doppelten Böden in ihren Fahrzeugen einfallen lassen.

Eine Methode verfügte über einen elektronischen Öffnungsmechanismus, der an die elektronischen Bedienelemente des Fahrzeugs gekoppelt war. Die Entriegelung erfolgte über eine bestimmte Abfolge bei der Bedienung von Fahrzeugelektronik wie Beleuchtung, elektrische Fensterheber etc. Ein zweites System war mechanischer Natur, bei dem der Öffnungsmechanismus, der zu einem Hohlraum der Karosserie unter dem Fahrzeugboden führte, durch ein kleines, verstecktes Loch mit einem speziellen Werkzeug ausgelöst werden konnte.

Außerdem verfügte die Bande über einen LKW, mit dem sie große, schwere Platten transportierte. Diese schienen auf den ersten Blick kompakt zu sein. Doch die Platten, die sich in der Mitte des Stapels befanden, waren ausgehöhlt, sodass die Platz für große Mengen Drogen boten. Die Platten waren übereinander gelegt und mit Hochlastspanngurten festgezurrt.

Die Ermittlungen begannen im März 2017, als man entdeckte, dass sich auf La Palma eine kriminelle Organisation niedergelassen hatte, die sich schnell auf die anderen Inseln ausbreitete.

Im Hafen von Santa Cruz de Teneriffe konnten die Beamten letztlich den LKW ausfindig machen und entdeckten bei einer genaueren Untersuchung der Ladung die Hohlräume in den Platten mit insgesamt 7kg Kokain. Der Fahrer wurde sofort festgenommen. Die Festnahme von 6 weiteren Personen folgte umgehend.

Die Anführer der Bande residierten in los Llanos de Aridane auf La Palma, doch sie hatten bereits auf Gran Canaria und Teneriffa einen großen Teil des Kokaingeschäfts unter Kontrolle. Ihre Gewinne dürften sich nach ersten Schätzungen auf rund 1 Mio. Euro pro Monat summiert haben. Zum „Waschen“ der illegalen Gewinne diente offenbar ein Restaurant, das von der Frau eines der Anführer betrieben wurde.

Bei verschiedenen Hausdurchsuchungen wurden insgesamt 10kg Kokain, 3kg Haschisch, eine hydraulische Presse sowie diverse Mittel zu Strecken der Drogen gefunden. Außerdem wurden 21 Fahrzeuge, von denen einige mit den oben beschriebenen doppelten Böden ausgestattet waren, eine hochwertige Immobilie, zahlreiche Mobiltelefone und rund 9.000€ Bargeld beschlagnahmt. Eine Firma und ein Restaurantbetrieb wurden versiegelt und diverse Bankkonten eingefroren.

Unter den 7 mutmaßlichen Bandenmitgliedern im Alter von 36 und 50 Jahren waren zwei kolumbianische Männer und eine Frau, 3 kanarische Männer und ein Marokkaner.

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