Liegen Reservieren erwünscht: Thomas Cook testet Liegenreservierung gegen Gebühr

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„Liegen reservieren verboten“ kann man an vielen Hotelpools auf Fuerteventura lesen. Und dennoch scheint es für viele Fuerteventura-Urlauber das Wichtigste zu sein, „ihre“ Liege dauerhaft in Besitz zu nehmen. Warum sonst sollte man schon um 5 Uhr morgens geisterhafte Gestalten um die Poolanlage wandeln sehen, die trotz Verbot Handtücher auf die Liegen mit dem besten Standort legen? Und warum sonst sollten, wenn man gleich nach dem Frühstück zum Pool marschiert, schon alle Liegen belegt sein?

Wer es schon einmal gewagt hat, ein Handtuch von einer „reservierten“ Liege zu entfernen, weiß, dass der „rechtmäßige Besitzer“ bei seiner Rückkehr diese im Zweifel sogar mit Gewaltandrohung, in jedem Falle aber lautstark, verteidigt, selbst wenn er die Liege wegen eines stundenlangen Strandspaziergangs ungenutzt hat rumstehen lassen.

Eigentlich gelten die Deutschen nicht nur als Reise- sondern auch als Liegenreservierungsweltmeister. Doch nun hat der britische Reiseveranstalter aus dem offensichtlich bestehenden Bedarf nach „der eigenen Liege“ im Urlaub eine zusätzliche Einnahmequelle gemacht: Er bietet seinen Kunden an, bereits vor Urlaubsantritt seine individuelle Liege für die gesamte Reisezeit zu reservieren. Dazu bekommt der Gast 6 Tage vor Reiseantritt einen Poolplan zugeschickt, auf denen die Liegen mitsamt Himmelsrichtungen eingezeichnet sind. Gegen eine Gebühr von 25€ pro Aufenthalt kann der Kunde „seine“ Lieblings-Liege reservieren.

Natürlich will Thomas Cook nicht aus dem Besitztrieb seiner Kunden Kapital schlagen, sondern insbesondere „Paaren und Familien die Möglichkeit geben, ohne Stress zwei oder mehrere nebeneinander stehende Liegen zu reservieren, und somit für ein schöneres Urlaubserlebnis zu sorgen.“

Ende Februar 2018 startet das Pilotprojekt in je einem Thomas Cook Hotel auf Gran Canaria, Lanzarote und Fuerteventura. Danach soll der Service in 30 Hotels der Marke verfügbar sein.

Es ist also anzunehmen, dass der Kampf um die besten Liegen bald mit einem offiziellen „Besitztitel“ geführt werden kann.

Thomas Cook hält herkömmliche Pauschalpakete für überholt. Vielmehr wollten Kunden heute ihr individuelles aus einzelnen Bausteinen zusammenstellen und so an ihre individuellen Bedürfnisse anpassen.
Kürzlich hatte Thomas Cook mit dem Service „Choose your room“ („Wähle Dein Zimmer“) in einer Testphase rund 10.000 zusätzliche Reservierungen generiert. Wenn man beobachtet, wie oft an Hotelrezeptionen insbesondere von Stammgästen der Wunsch nach einem konkreten Zimmer oder einer bestimmten Etage geäußert wird, kommt man zu dem Schluss, dass Thomas Cook genau den Nerv seiner Kunden trifft.

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