Jagd auf Ägyptische Tigermücke auf ganz Fuerteventura ausgeweitet

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Nachdem Ende 2017 in einem Wohngebiet in der Nähe von Puerto del Rosario, der Hauptstadt von Fuerteventura, einige wenige Exemplare der Ägyptischen Tigermücke (Aedes aegypti) entdeckt worden waren, wurde in diesem Gebiet eine lokal begrenzte Suchaktion gestartet. Man wollte herausfinden, ob die Mücke, die als Überträger von Gelbfieber, Zika und andere Tropenkrankheiten gilt, sich in diesem Gebiet bereits angesiedelt hatte. Dazu suchte man mögliche Brutplätze, informierte die Anwohner, stellte Mückenfallen auf und setze vorsorglich ein spezifisches Insektizid ein, um adulte Mücken auszurotten, sofern es sie überhaupt gab.

Nach dem Einsatz des Insektizids wurden weder Eier, Larven, Puppen oder adulte Mücken gefunden. Außerdem wurden keine der für diese Art typischen, stark juckenden Mückenstiche mehr verzeichnet.

Experten vermuten, dass die Mücken als Eier oder Larven möglicherweise mit Zierpflanzen nach Fuerteventura gekommen sind, die von Holland aus geliefert worden sind. Holland ist ein wichtiges Zentrum für den internationalen Pflanzenhandel. Den Mückeneiern bzw. Larven reichen geringste Mengen Wasser, um sich zu Mücken zu entwickeln.

Die zwei gefundenen Weibchen wurden genetisch untersucht, um die Herkunft über eine internationale Gendatenbank einzugrenzen. Dabei stellte man fest, dass die beiden Tiere nicht miteinander verwandt waren.

Da die Mücken höchstwahrscheinlich erst auf Fuerteventura geschlüpft sind, halten Experten es für nahezu unmöglich, dass die Tiere eine der gefährlichen Viruserkrankungen übertragen könnten. Dazu müssten die Mücken zunächst einen infizierten Menschen stechen, um bei einem weiteren Stich einen anderen damit anzustecken.

Dennoch nehmen die Behörden auf Fuerteventura und das Gesundheitsministerium der Kanarischen Regierung die potentielle Bedrohung durch die „Gelbfiber-Mücke“ oder „Zika-Mücke“, wie sie auch genannt wird, offenbar sehr ernst.

Am 08.02.2018 haben sich die Verantwortlichen der Suchkampagne mit Vertretern der Gemeinden und der Inselverwaltung von Fuerteventura, dem Generaldirektor der Kanarischen Gesundheitsbehörde und dem Direktor des Instituts für Tropenkrankheiten der Universität La Laguna getroffen, um über weitere Maßnahmen zu reden.

So sollen die Überwachungs- und Kontrollaktivitäten auf ganz Fuerteventura ausgeweitet werden. Um diese Aufgabe bewältigen zu können, wurden zwei Biologen eingestellt, die permanent auf Fuerteventura tätig sein werden. Diese sollen alle Such-, Überwachungs- und gegebenenfalls Ausrottungsarbeiten koordinieren und kontrollieren.

Auch die Bevölkerung kann bei der Suche und Überwachung dieser invasiven Art mithelfen. So kann man z.B. Fotos von verdächtigen Mücken oder Mückenstichen unter genauer Angabe des Fundortes an die Email vigilancia.scs@gobiernodecanarias.org senden. Stiche der Tigermücke sind durch eine starke Entzündungsreaktion und heftigen Juckreiz charakterisiert.

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