Musikfestival FEM „Fuerteventura en Música“ abgesagt

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In einer kurzen Pressemitteilung hat das Cabildo von Fuerteventura (Inselverwaltung) die Absage des Musikfestivals „Fuerteventura en Música“ bekannt gegeben. Das FEM sollte eigentlich am 06.07 und 07.07.2018 in El Cotillo stattfinden. Es wäre die 15. Ausgabe des Musikfestivals gewesen. Das Cabildo hatte die Veranstaltung bereits Mitte März 2018 durch die Präsentation eines Plakatentwurfs angekündigt.

Als Grund gab das Cabildo das Inkrafttreten des neuen „Gesetzes über Verträge des Öffentlichen Sektors“ sowie die „vorgeschriebenen Anpassungen der spanischen Rechtsordnung an an europäische Direktiven im Bereich der öffentlichen Auftragsvergabe“ an.  „Trotz der intensiven Arbeit des für diese Vorgänge verantwortlichen Personals sei es nicht möglich gewesen, alle Lieferungen und Leistungen, die für ein Event solchen Ausmaßes erforderlich sind, rechtzeitig zu organisieren und zu bestätigen.

Man bedauere die Unannehmlichkeiten, die diese Maßnahme verursachen könne, garantiere aber weiterhin, dass es weitere Ausgaben dieser Veranstaltung in der Zukunft geben werde.

Verärgerung in El Cotillo

Die Absage des Musikfestivals hat zu heftigen Protesten verschiedener Gruppen geführt. Der Präsident der Vereinigung der Geschäftsleute von El Cotillo, Agustín Melián, hat Medien gegenüber geäußert, dass es „sicher eine Demonstration in El Cotillo geben werde, um die Durchführung des Festivals zu fordern.“
Gleichzeitig drückte er sein Unverständnis über die fehlende Voraussicht des Cabildos aus: „Wir reden von einem etablierten Event. Es ist ja nicht so, dass es zum ersten Mal stattgefunden hätte. Nun erleiden El Cotillo, die Gemeinde von La Oliva und ganz Fuerteventura erhebliche finanzielle Einbußen. Viele Menschen haben bereits Hotels und Apartments reserviert. Es ist für diesen Zeitraum praktisch alles ausgebucht. Außerdem haben die Hoteliers ihre Personalplanungen aufgestockt.“

Die Unternehmer von El Cotillo schätzen, dass der der Inseln Fuerteventura mindestens 1 Mio. Euro an Einnahmen verloren geht. Nach Bekanntgabe der Absage hätten die Besucher bereits einen großen Teil der Reservierungen für Hotelzimmer und Apartments storniert.

PP schlägt Vertagung statt Absage vor

Die Partido Popular (PP) hat in einer Pressemitteilung gefordert, dass Festival nicht abzusagen, sondern lediglich zu verschieben. Sie schlägt vor, dass die Anwohner, Vereine und Techniker gemeinsam einen Ausweichtermin festlegen sollten, um die Wirtschaft von El Cotillo zu fördern. Dies sei schließlich die ursprüngliche Idee des Festivals gewesen.

Die Pressemitteilung wirft den Regierenden der CC und PSOE vor, dass es wie ein Schuldeingeständnis sei, die bisherigen Verträge für die Veranstaltung immer ohne Ausschreibung vergeben zu haben, wenn man nun die Schuld auf ein Gesetz schiebe, das auch für kleinere Verträge eine öffentliche Ausschreibung verlangt.

In derselben Pressemitteilung fragt die PP, wie viel Geld das Cabildo nun für Gagen an die Künstler zahlen müsse, obwohl die Konzerte gar nicht stattfinden werden. Außerdem sei dass Gesetz, hinter dem sich das Cabildo nun versteckt, bereits am 09.3.2018 in Kraft getreten. Zudem habe schon vorher jeder gewusst, dass das Gesetz kommen würde. Aber das Cabildo habe sein Personal nicht frühzeitig geschult und ihm nicht die notwendigen Werkzeuge an die Hand gegeben. Dies wäre erforderlich gewesen, um die Verwaltung nicht lahmzulegen. Anstelle von Fortbildung habe man die Mitarbeiter zu einem Psychologen geschickt.

Schuld für die Absage des FEM sei schließlich nicht das Gesetz zur Auftragsvertragsvergabe, sondern das Fehlen von Voraussicht und die Angewohnheit, Aufträge ohne Ausschreibung zu vergeben.

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