Atlashörnchen: Forscher warnen vor Ausbreitung von Fuerteventura auf die anderen Kanareninseln

Stop-Atlashörnchen

Forscher des Instituts für Naturprodukte und Agarbiologie (IPNA) haben Daten über die Verbreitung des Nordafrikanischen Borstenhörnchens (Atlantoxerus getulus L.) auf den Kanarischen Inseln ausgewertet. Dabei sind sie zu dem Schluss gekommen, dass der unkontrollierte Transport von Fuerteventura auf andere Inseln besonders alarmierend ist, da die Lebensbedingungen dort noch besser sind.

Sie fordern daher endlich die zügige Umsetzung der europäischen Normen zur Kontrolle der Einfuhr und Verbreitung von invasiven Arten auch auf den Kanaren. Entsprechende Mechanismen zur „Kontrolle von Invasiven Arten in isolierten Territorien“ hätten laut EU-Bestimmungen schon im Januar 2016 umgesetzt sein müssen. Auf den Kanaren ist dies noch immer nicht erfolgt.

Die Wissenschaftler wiesen darauf hin, dass die Kosten für den Versuch der Auslöschung einer bereits eingewanderten Art vielfach höher sind, als die Kosten, um eine Einwanderung von vornherein zu verhindern. Außerdem schreiben die europäischen Vorschriften für die ultraperipheren Zonen besonders restriktive Maßnahmen vor.

Neuseeland, Australien und Hawaii als Vorbild

Die Experten hoffen auf die Umsetzung von restriktiven Kontrollmaßnahmen nach dem Beispiel anderer Regionen mit hoher Biodiversität. In Neuseeland, Australien oder Hawaii gibt es Maßnahmen zur Früherkennung und Pläne für Sofortmaßnahmen. So könne der Schaden durch invasive Arten möglichst klein gehalten werden. Dies sei in einem Gebiet mit einem großen endemischen Artenreichtum wie den Kanaren ebenfalls besonders wichtig.

Die Atlashörnchen sind nicht die einzige invasive Art, bei der die Gefahr zur Ausbreitung auf andere Inseln besteht. Auch die Kalifornische Kettennatter, die sich auf Gran Canaria zur Plage entwickelt hat, ist nun auch auf Teneriffa gesichtet worden.

Im Fall der Atlashörnchen auf Fuerteventura konnten die Wissenschaftler nur eine Maßnahme zur Vermeidung des Transports zwischen den Inseln ausfindig machen: In den 70-er Jahren wurden an Häfen und Flughäfen Schilder aufgestellt, die darauf hinwiesen, dass der Transport zwischen den Inseln verboten ist. Diese Schilder seien aber im Laufe der Zeit wieder verschwunden.

Atlashörnchen erobern Fuerteventura im Jahr 1965

Die „Nordafrikanischen Atlashörnchen“ sind 1965 als Haustiere nach Fuerteventura gekommen. In den 80-er Jahren ist es ihnen gelungen, praktisch die gesamte Insel zu kolonialisieren. Heute ist sie als invasive exotische Art katalogisiert, deren Besitz, Handel und Transport verboten sind.

Die einzige sichtbare, wenngleich oft gerne übersehene, Maßnahme zur Kontrolle der Population der Atlashörnchen auf Fuerteventura sind Hinweisschilder: „Bitte nicht füttern“.

Atlashörnchen haben das Glück, dass sie so unglaublich „süß“ sind. Außerdem sind sie handzahm und fordern von den Touristen regelrecht ein, gefüttert zu werden.

Und so juckt es viele nicht im geringsten, sich über das Fütterungsverbot hinwegzusetzen. „Auf Fuerteventura gibt es doch eh nichts, was die Atlashörnchen kaputt machen könnten. Es gibt da doch nur Sand und Steine“, argumentieren die Fütterungsbefürworter. Außerdem habe der Mensch die armen Tiere doch eingeführt. Und die Touristen seien doch auch eine invasive Art, die man dann konsequenterweise auch verbieten müsste.

Insofern dürfte eine weitere Forderung der Wissenschaftler nicht wirklich auf fruchtbaren Boden fallen: Sie schlagen die Einführung von Aufklärungsprogrammen vor, damit die Bevölkerung über die Risiken für die kanarischen Ökosysteme durch invasive Arten Bescheid wisse.

1 Kommentar

  1. Sehe leider fast jeden Tag im Süden von Fuerteventura, wie die Touris hemmungslos ihr All-in Frühstück an die Viecher verfüttern… und wenn Du sie freundlich darauf ansprichst, dass dies nicht erwünscht ist, schauen sie Dich nur verständnislos an 😳 (die Touris…)

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