Erste Kalifornische Kettennatter auf Fuerteventura entdeckt

Kalifornische Kettennatter in einem Eimer. Die Schlange wurde in Costa Calma gefangen.

Die Mitarbeiter der Kläranlage in Costa Calma staunten sicher nicht schlecht, als sie auf dem Gelände die erste Kalifornische Kettennatter (lampropeltis getula californiae) auf Fuerteventura entdeckten.

Die Kalifornische Kettennatter ist als „eine für die ultraperiphere Region der Kanarischen Inseln bedrohliche exotische invasive Art“ klassifiziert. Damit ist sie gleichzeitig im „Spanischen Katalog exotischer invasiver Arten“ aufgeführt.

Einem Medienbericht zufolge wurde die Schlange bereits am 09.07.2019 gefunden.

Die Mitarbeiter der Kläranlage konnten die Schlange einfangen und alarmierten die Umweltschutzpolizei der Guardia Civil (SEPRONA). Diese wiederum informierten die Mitarbeiter von GESPLAN, die für das Protokoll bei der Entdeckung von invasiven Arten zuständig sind und die extra von Gran Canaria nach Fuerteventura reisten.

Kalifornischen Kettennatter auf Fuerteventura in Costa Calma

Diese untersuchten die gefangene Kettennatter und stellten fest, dass es sich um ein Weibchen mit Eiern im Körper handelte. Sei stellten insgesamt 4 Fallen auf dem Gelände der Kläranlage auf um eventuelle weitere Exemplare einzufangen.

Bis zum 18.07.2019 wurden jedoch keine weiteren Schlangen in Costa Calma entdeckt.

Der Besitz, der Handel und natürlich die Freilassung der Kalifornischen Kettennatter und anderer invasiver exotischer Arten ist streng verboten. Das Bußgeld hierfür liegt zwischen 5.001 und 200.000 Euro.

Außerdem kann die Einführung einer exotischen Art sogar eine Straftat sein, wenn dadurch das biologische Gleichgewicht geschädigt wird und allgemeine Gesetze zum Schutz von Flora und Fauna verletzt werden. Hierfür drohen zwischen vier Monaten und zwei Jahren Gefängnis, sowie Geldstrafen zwischen 8 und 24 Monaten.

Kalifornische Kettennatter auf Fuerteventura stammt vermutlich aus einem Privathaushalt in Costa Calma

Die SEPRONA untersucht den Fall mit dem Ziel, die verantwortliche Person zu finden. Ob die Kalifornische Kettennatter absichtlich freigelassen wurde oder entkommen ist, ist noch unklar.

Theoretisch könnte sie auch unbeabsichtigt nach Fuerteventura gelangt sein. Auf Gran Canaria nämlich hat sich die Kalifornische Kettennatter bereits zu einer Plage entwickelt. Und so könnte die Schlange z.B. als blinder Passagier mit einem Fahrzeug per Fähre von Gran Canaria nach Fuerteventura gekommen sein.

Invasive Tierarten stellen gerade auf Inseln ein großes Problem für die meist fragilen Ökosysteme dar. Oft fehlen größere Raubtiere, die ihre Ausbreitung eindämmen könnten. Die Invasiven Arten sind meist extrem anpassungsfähig und verdrängen einheimische Tiere oder Pflanzen, die meist hochspezialisiert sind.

Auf Gran Canaria ist z.B. der Bestand an einheimischen Eidechsen in den Regionen stark zurückgegangen, an denen sich die Kettennatter besonders breitgemacht hat.

Auf Fuerteventura sind z.B. die Atlashörnchen Futterkonkurrenten für Eidechsen. Als Allesfresser machen sie auch vor Gelegen von endemischen Vogelarten nicht halt. Ein weiteres, oft unterschätztes Problem bei den Atlashörnchen ist, dass sie Samen von ebenfalls invasiven Pflanzenarten weit verteilen, und diesen dadurch helfen, sich auszubreiten. Dadurch hat sich vielerorts auf Fuerteventura die Vegetation bereits deutlich verändert.

Eine Ausbreitung der Kalifornischen Kettennatter auf Fuerteventura wäre sicher keine gute Nachricht für die Insel. Zwar sind sie ungiftig und für Menschen ungefährlich. Aber die meisten Touristen wären sicher nicht sehr erfreut, wenn sie in der Landschaft so häufig auf Schlangen treffen würden wie auf die beliebten Atlashörnchen.

Der Schaden, den die Schlangen an unserem Ökosystem anrichten würden, ist kaum abzusehen.

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