Meeresschildkröte vor sicherem Tod gerettet

Schildkröte gerettet 2

Am Freitag, 26.07.2019 entdeckten Beamte der Guardia Civil auf dem Patroullienboot „Canal Bocayna“ rund eine Meile vor der Küste Fuerteventuras eine treibende Langleine.

Als die Beamten die Leine einholten, fanden sie darin verheddert eine Unechte Karettschildkröte (Caretta caretta). Sie konnten das Tier losschneiden, woraufhin es scheinbar unverletzt in die Tiefe abtauchen konnte.

Bei der Langleinenfischerei wird eine sogenannte Mutterleine ausgebracht, von der viele Nebenleinen abgehen, an denen sich mit Ködern bestückte Haken befinden. Die Langleinenfischerei ist weltweit im industriellen Fischfang verbreitet.

Langleinen sind auf den Kanaren streng reglementiert

Nach dem Kanarischen Fischereigesetz dürfen die sogenannten „palangres“ mit maximal 500 Haken ausgestattet sein. An anderen Orten der Welt können die Leinen bis zu 130km lang und mit bis zu 20.000 Haken bestückt sein.

Die Langleinen werden entweder an der Oberfläche treibend oder auf dem Grund liegend ausgebracht und später von dem Fangschiff wieder eingesammelt.

Grundsätzlich galt die Fangmethode als vergleichsweise schonend und selektiv. Heute wird sie aber zunehmend kritisiert. Ihr großer Vorteil ist unter anderem, dass der Meeresboden anders als bei Schleppnetzen nicht beschädigt wird.

Allerdings liegt die Beifangquote bei rund 20%. Oft gehen Haie und Rochen, Schildkröten und auch Seevögel ungewollt an die Köder.

Leider kommt es immer wieder vor, dass die Fischerboote die Langleinen nicht wiederfinden. Sie treiben dann als Todesfallen im Meer.

Der ungewollte Beifang lässt sich technisch durch verschiedene Maßnahmen um bis zu 90% reduzieren. In einigen Ländern sich diese Maßnahmen bereits vorgeschrieben. Da die Schutzmaßnahmen allerdings mit höheren Kosten verbunden sind, halten sich nicht alle Fischer daran. Insbesondere illegale Fischer kümmern sich nicht um solche Vorschriften.

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