Steht der Afrika-Markt in Costa Calma und Morro Jable vor dem Aus?

Afrikanischer Markt in Morro Jable

Die Gemeine Pájara hat am 14.08.2019 auf ihrer Webseite bekannt gegeben, dass der Konsultationsrat der Kanarischen Inseln (Consejo Consultivo de Canarias) die Rechtmäßigkeit des Widerrufs der „vorläufigen“ Genehmigungen für die Afrika-Märkte aus dem Jahr 2004 bestätigt hat.

Am 18.11.2004 hatte die Gemeinde Pájara eine vorläufige Genehmigung zum Betrieb von Märkten durch eine unentgeltliche und zeitlich unbestimmte Überlassung von zwei Gemeindegrundstücken in Costa Calma und Morro Jable erteilt.

Der Bürgermeister der Gemeinde Pájara, Miguel Graffiga, hat am 24. Juli 2019 das Dekret 2602 unterschrieben, mit dem die Genehmigung für die Afrika-Märkte aus dem Jahr 2004 für nichtig erklärt wird. Dies ist mittlerweile der zweite Anlauf. Ein erstes Verfahren, das noch von der vorherigen Gemeinderegierung initiiert worden war, musste wegen des Ablaufs der vorgeschriebenen Fristen eingestellt werden.

Der Konsulationsrat der Kanarischen Inseln ist eine unabhängige juristische  Organisation, die Gesetze, Beschlüsse und Dekrete der Kanarischen Regierungsorganisationen (Regierung, Parlament, Cabildos und Gemeinden)  auf ihre Rechtmäßigkeit innerhalb der Verfassung und der allgemeienen Rechtsordnung überprüft. Dieser Rat kann z.B. von den Bürgermeistern konsultiert werden.

Staatsanwaltschaft ermittelt im Fall der Afrikanischen Märkte

Das Gutachten des Konsultationsrates gibt weitere interessante Indizien zu möglichen Unregelmäßigkeiten im Zusammenhang mit dem Betrieb der „Afrikanischen Märkte in Costa Calma und Morro Jable“. Allerdings sind die Namen der handelnden Personen bzw. Firmen im öffentlich zugänglichen Bericht unkenntlich gemacht.

Die Ermittlungen haben offenbar am 08.02.2015 auf Antrag einer Eigentümergemeinschaft, vermutlich der des Grundstücks in Costa Calma, begonnen.

Am 17.02.2015 forderte die Eigentümergemeinschaft bei der Gemeinde Pájara ein Zertifikat über die städtebauliche Einstufung des Veranstaltungsorts des Afrika-Marktes in Costa Calma an.

Am 26.04.2016 und 26.05.206 forderte die Staatsanwaltschaft Informationen zur erteilten Genehmigung und einen Kontoauszug für die Zahlungen der Konzessionsgebühren an die Gemeinde an.

Am 26.12.2017 fordert ein betroffener Gewerbetreibender in Costa Calma Informationen über die Akte an und beantragt die Übersendung an die Staatsanwaltschaft, weil möglicherweise eine Straftat vorliegen könnte.

Am 07.02.2018 geht in der Gemeinde ein Schreiben ein, mit dem die Schließung und Absperrung des Geländes in Costa Calma beantragt wird, um die Nutzung und Gewinnerzielung auf einem Grundstück zu unterbinden, zu der sie nicht berechtigt sind.

Die Gemeinde kommt bereits am 31.05.2018 in einem internen Gutachten zu dem Schluss, dass die Genehmigung für nichtig erklärt werden müsste.

Nach der Gemeindeverordnung über die Nutzung gemeindeeigener Flächen aus dem Jahr 2002 hätte eine Genehmigung oder eine Konzession mit einem ordentlichen Ausschreibungsverfahren erteilt werden müssen. Außerdem hätte jeder einzelne der ambulanten Händler eine Genehmigung der Gemeinde beantragen müssen.

Langwierige Rechtsstreitigkeiten über die Afrika-Märkte abzusehen

Das Unternehmen, zu dessen Gunsten die „vorläufige Genehmigung“ in 2004 erteilt worden ist, hat Rechtsmittel gegen die Nichtigskeitserklärung angekündigt. Dann wird in einem Verwaltungsgerichtsverfahren zu klären sein, ob die Genehmigung tatsächlich nichtig ist, und ob dem Unternehmen ein Schadenersatz zusteht.

Falls die Staatsanwaltschaft Beweise für strafbare Handlungen findet, muss die Angelegenheit zustätzlich in einem Strafprozess aufgearbeitet werden.

Zukunft der Afrika-Märkte in Costa Calma und Morro Jable ungewiss

Eigentlich entfaltet die Zustellung des Beschlusses über die Nichtigkeit der Genehmigung eine sofortige Wirkung. Das bedeutet, dass die die Märkte ab sofort nicht mehr (legal) durchgeführt werden können. Am Donnerstag, 15.08.2019, hat der Markt in Morro Jable noch ganz normal stattgefunden.

Sollte die Gemeinde die Durchführung der Afrikanischen Märkte nach Wirksamwerden des Nichtigkeitkeitsbeschlusses weiterhin dulden, könnten sich daraus möglicherweise neue, strafrechtlich relevante Fragen ergeben.

Von den Märkten leben rund 100 Händler, die im Falle einer Schließung der Märkte in Costa Calma und Morro Jable mit deutlich weniger Einkommen auskommen müssten. Sie hätten nur noch die anderen Märkte auf Fuerteventura, wo sie ihre Waren verkaufen könnten. Costa Calma und Morro Jable würden zwei Veranstaltungen verlieren, die vier Mal pro Woche hunderte von Touristen aus ihren Hotels locken.

Die Gemeinde Pájara hat angekündigt, an einer neuen Ausschreibung für den Betrieb der Märkte zu arbeiten.

Aktualisierung: Die Zukunft der Afrika-Märkte in Costa Calma ist vorerst gesichert.

21 Kommentare

  1. Wir waren das zweite und letzte Mal auf Fuerteventura. Überall Fälschungen, Bauruinen, AI Hotels (wir sind bewusst in einem ohne diesem Konzept), eingehende Palmen und andere Pflanzen, leidende Tiere, lethargische Angestellte.

    Schade, dass wir nie den Glanz dieser Insel mitbekommen haben. Offenbar wird nur zugesehen, wie Touristen vor den Kopf gestoßen wird. Das Überbleibsel wird vermüllt und die Natur kaputt gemacht, durch die vielen Autos, fehlende Kläranlagen und die Dekadenz der Besucher. Die vielen Ruinen (Hotels, öffentliche Bereiche, der Hafen in Morro Jable uvm) demonstrieren das Versagen der Regierung.

    Wenn dann in den Märkten auch noch Plagiate feil geboten werden wie auf den sogenannten Polenmärkten, hört das Verständnis auf. Und wie die Chronologie im Bericht zeigt, dauert es fast ein Jahrzehnt, bis eingeschritten wird.

    Eine Schande, das ist offenbar doch wie in allen touristischen Gebieten, Türkei, Bulgarien, Ägypten, Marokko um mal ein paar zu nennen.

  2. Alle Kommentare bezüglich der Märkte und dem handeln der Gemeinde laufen auf 2 Meinungen hinaus. 1. Lasst die Märkte als Abwechslung für die Urlauber und kontrolliert mehr die Illegalen und Fake Verkäufer. Der Besuch ist schließlich freiwillig.
    2.Es muss mehr auf die Politiker eingewirkt werden, klare Gesetze und Vorschriften zu erwirken und vor allem zu Gunsten des Tourismus umzusetzen.
    Alle die seit vielen Jahren auf die Inseln kommen.,erkennen den Verfall, nur die Verantwortlichen sehen oder wollen dies nicht sehen. Diese traurige Tatsache führt eben dazu, das viele Menschen sich von der Insel abwenden. Wie sovieles im Argen liegt, so hilft auch hier schnelles Handeln. Noch ist es nicht zu spät. Reiner

  3. Wir sind Rentner und immer wider kehrende Gäste auf Fuerteventura gewesen.
    Seit 2013 wohnen wir hier fest.
    Aber in dieser Zeit ist so viel geschlossen worden, nun auch das letzte Café gegenüber der Apotheke das Avenida.
    Die Märkte waren immer eine willkommene Abwechslung, auch für die Urlauber.
    Wer die Märkte nicht mag, sollte halt wegbleiben.
    Hoffe nur das der schöne Markt in La Lajita bleibt.
    LG Ingrid

  4. Nichts gegen einen Markt….sehr gerne mit allerlei verschiedenen Produkten.
    Aber an jedem Stand der gleiche Schund?
    Fake Brillen, Fake Taschen und Fake Uhren, dass braucht kein Mensch!!!
    Veranstaltet Märkte, aber ohne den Fake Mist.

  5. Wir waren bisher über 20 Mal auf Fuerteventura und sind gerne über den Afrika-Markt gegangen und haben dort so mache Sache gekauft. Was soll es den Markt jetzt zu verbieten? Wer steckt eigentlich dahinter?
    Die Märkte sind bei Urlaubern beliebt und stören keine Person.
    Ist den Verantwortlichen eigentlich richtig bewußt das sie mit dem Verbot Menschen ihre Lebensgrundlage nehmen. Von was sollen die Verkäufer dann ihre Familien ernähren?
    Außerdem fehlt dann auch dieses Geld im Wirtschaftskreislauf von Fuerteventura.
    Fuerteventura hat bereits zur Zeit genügend Arbeitslose, nun dieses Marktbetreiber dann auch noch.
    Wie wäre es, wenn die die für das Verbot jetzt zuständig sind auch ein Arbeitsverbot ohne Beibehaltung ihrer Bezüge verdonnert werden!

  6. Den Markt braucht wirklich niemand! Nur Ramsch und Fälschungen, die dort zum Kauf angeboten
    werden.

    Tatsächlich empfinde auch ich es so, dass Fuerteventura (Costa Calma) zunehmend verfällt. Warum werden Bauruinen nicht wieder abgerissen? Überall liegen die Plastikleitungen auf den Böden, die einem zeigen, dass hier eigentlich nichts wachsen und gedeihen würde…. Wenn Klima-Greta das sehen würde, gibbet Theater!

    Auch ist die neue Autobahn in Costa Calma sehr störend. Nachts mit offenen Fenster schlafen- unmöglich. Aufgrund der Winde, wird der Schall sozusagen im Lifestream ins Zimmer getragen.

    Fuerte war dieses Jahr wohl das letzte Mal mein Reiseziel – trotz der hervorragenden Strände und der tollen Wasserqualität. Aber dem unnötigen verpulvern von EU-Geldern für abenteuerlich geplante Straßen und vielen Bauten, mag ich nicht mehr mit ansehen! Euch allen noch viel Spaß auf Fuerteventura ;o)

  7. Na super, Costa Calma hat ja sowieso so viel zu bieten.
    Die weite Strandpromenade mit den niedlichen kleinen Cafe’s und schicken Gaststätten. Der wunderbare Hafen, die hervorragenden Einkaufsmöglichkeiten………….. Sorry, ich habe gerade etwas geträumt…….

  8. Ich war auch schon mehrmals an der Costa Calma. Der Markt ist super! Er ist ja nicht jeden Tag. Ich finde es wird viel zu wenig für die Touristen getan! Hinter dem Strand und den Haupthotels sieht es schlimm aus! Nur Müll und Unrat! Wir bezahlen doch dafür! Schade!

  9. Karin du hast überhaupt keine Ahnung. Weißt du wieviel Menschen von den Märkten Leben müssen.

  10. Hallo, es wäre schade, wenn die Märkte abgeschafft würden. Sie sind doch sehr attraktiv und auch touristische Higleits. Außerdem kann man dort viele Produkte kaufen, die in keinem Laden oder Markt zu bekommen sind. Gebt Ihnen wieder die Genehmigungen !!!!!

  11. Ich finde auch , dass den Markt kein Mensch braucht , wo nur minderwertige Waren verkauft werden und zu welchen Preisen …. Einheimische , mit ihren kl. Restaurants und tapas Bars , kl.Läden , die sollten unterstützt werden von den Touristen . Kommen jedes Jahr auf die Insel, machen Ausflüge , gehen gerne Essen und kaufen in den Geschäften ein .

  12. Werner Angst hat absolut Recht! Wir waren seit 1993 s e c h s u n d z w a n z i g Mal da, aber wenn die Inselfransen meinen sollen sie
    ihre machtpolitischen Spielchen auf Kosten der
    a r b e i t e n d e n Bevölkerung weiter betreiben!

  13. Und was ist mit dem Markt in Caleta de Fuste ? wenn man mehr Kontrollen machen würde ,um die Plagiat Verkäufer aus dem Verkehr zieht, könnte der Markt doch bestehen bleiben.
    Denn darum geht es doch in erster Linie, also die Plagiat Verkäufer aus dem Verkehr ziehen, und alle sind Glücklich.

  14. Die Verantwortlichen sollten sich eher überlegen, wie man den Markt wieder attraktiv und Pirateriefrei bekommt… Es sind im Juli Razzien und Festsetzungen erfolgt….
    Das ganze System auf Fuerteventura krankt mittlerweile leider so massiv, da treibt es einem Liebhaber der Insel die Tränen in die Augen…. Kümmert euch lieber um die im Verfall befindlichen Merkmale der Insel….

    Vergleicht man Fuerteventura heute mit Fuerteventura vor 30 Jahren, tut es nur noch weh…. Bauruinen, verfallende Hotels, Massentourismus, dessen AI-Gäste nicht aus den Hotels kommen, da ja Nebenkosten entstehen… Das hat die wunderbare Insel nicht verdient….
    Und wenn Hotels sanieren möchten, dann bekommen sie keine Freigaben,… Schlimm…

  15. Es geht den Touristen doch gar nicht um den eigentlichen Erwerb irgendwelcher -zum großen Teil mindere Qualität- Waren. Vielmehr bedeutet es überwiegend Spaß bei den „fliegenden Händlern“.
    Langjähriger Tourist aus Hamburg
    Karl Missal

  16. Die Qualität dieser Märkte hat in den letzten Jahren deutlich nachgelassen, ebenso die Zahl der Händler. Diese Märkte braucht man nicht. Und Touristen ziehen diese Märkte auch nicht an

  17. Ich staune immer wieder, wie Fuerteventura, Insel- wie Gemeinderegierungen sich überbieten im Vergraulen der Touristen.
    Der dramatische Rückgang der Touristenzahlen 2019 reicht offensichtlich noch nicht, es braucht zusätzliche unerfreuliche Massnahmen gegenüber den Gästen, um diese loszuwerden.
    Und ich vermute stark, dass auch in diesem Fall alte Inselfeindschaften auf dem Rücken der Touristen ausgetragen werden.

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