Drastischer Urlauberrückgang auf Fuerteventura: jetzt auch bei den Briten

Nach dem Urlauberrückgang sind die Strände in Costa Calma noch leerer.

Die Zahl der ausländischen Urlauber auf Fuerteventura ist auch im September 2019 weiter deutlich zurückgegangen.

Mit einem Minus von 23,7% im September 2019 gegenüber dem Vorjahresmonat setzt sich der Abwärtstrend bei den deutschen Touristen auf Fuerteventura ungebrochen fort. Allerdings liegt er Rückgang bei den britischen Urlaubern auf Fuerteventura im September 2019 mit -17,2% erstmals im zweistelligen Bereich.

Da Thomas Cook aber erst am 23.09.2019 Insolvenz angemeldet hat, kann man davon ausgehen, dass die Zahlen für Oktober 2019 einen noch deutlich größeren Einbruch bei den britischen Urlaubern auf Fuerteventura zeigen werden.

Bisher hatte sich der britische Markt in 2019 noch als relativ stabil erwiesen, obwohl viele bereits im Hinblick auf den Brexit mit einem viel früheren Einbruch gerechnet hatten. Betrachtet man die ersten 9 Monate 2019, dann ist die Zahl der britischen Touristen auf Fuerteventura nur um moderate 3,8% bzw. 12.722 zurückgegangen.

Im selben Zeitraum ist die Zahl der deutschen Urlauber auf Fuerteventura um insgesamt 23,1% bzw. 147.294 gesunken.

Betrachtet man sämtliche ausländischen Touristen auf Fuerteventura, so ist deren Zahl in den ersten 9 Monten 2019 um 14,0% gesunken. In absoluten Zahlen sind das 209.373 ausländische Urlauber weniger, als in den ersten 9 Monaten 2018.

Der Rückgang ausländischer Urlauber in den ersten 9 Monaten betrifft sämtliche Herkunftsländer.

Nur Inlandstourismus wächst auf Fuerteventura

Der einzige Markt, auf dem die Zahl der Fuerteventura-Urlauber in 2019 gewachsen ist, ist das spanische Festland. Vor dort sind bisher insgesamt 128.821 Urlauber nach Fuerteventura gekommen, 22.570 bzw. 21,2% mehr als in den ersten 9 Monaten 2018.

Die absoluten Zahlen des Inlandstourismus zeigen jedoch, dass diese sich trotz des starken Wachstums noch auf einem so geringen Niveau bewegen, dass sie die Verluste bei den ausländischen Urlaubern noch lange nicht kompensieren können.

Zukunftsaussichten für Fuerteventuras Tourismusindustrie

Der wichtigste Indikator für die Entwicklung der Urlauberzahlen auf Fuerteventura in den nächsten Monaten sind die geplanten Sitzplatzkapazitäten der Fluggesellschaften. Danach geht es für Fuerteventura in den kommenden Wintermonaten noch 6,2% weiter bergab.

Nach der Pleite von Airberlin und Germania und dem Grounding der Boeing 737-MAX-Modelle ist das Hautproblem für Fuerteventuras Tourismus nach wie vor das Fehlen von Flugkapazitäten.

Die hier angegeben Zahlen stammen aus der aktuellen Erhebung „Frontur“ vom 04.11.2019. Diese wird von der Kanarischen Tourimusagentur „Promotur“ veröffentlicht.

9 Kommentare

  1. Liebe Elke, danke für diese informativen, gehaltvollen Worte. Wertschätzung macht glücklicher als Geiz, das empfinde ich auch so. Man kann auch nicht ständig in der Vergangenheit verharren wollen. Mich machen Bettenburgen, Bedürfnis nach Animation und womöglich noch All- inclusive traurig, daher suche ich mir heutzutage Orte, an denen ich mich aufgehoben fühle und andere machen es anders. Das ist auch gut so. 🙂

  2. Vor gut 40 Jahren war ich erstmals auf Fuerte / Costa Calma:
    Eine Handvoll Hotels und einige Bungaloweinrichtungen.
    1 Restaurant.
    Aus dem Flieger gingen wir zu fuss in die Ankunftshalle.
    Der Kleinbus fuhr über Sand-Schotterwege nach Costa Calma,
    fast 3 Stunden.
    Die Landschaft war Schotter, Felsen, Sträucher, einige Ziegenherden,
    keine Orte, keine Menschen.
    Im Hotel gab es verursacht durch die Versorger Strom- und Wasseraussfälle (Pech wenn man unter der Dusche stand mit nassen Haaren), die Taschenlampe war obligarisch.
    Man ging zum essen eben mit nassen Haaren! Das Essen war dann auch nicht heiss oder es wurde Kaltbufett angerichtet damit wir satt wurden.
    Nach einigen Tagen hatten sie die Touristen in die Gegebenheiten eingefunden und wurden je nach Aufenthaltslänge immer tolleranter und geduldig.

    Ich fahre seither nach Fuerteventura, nicht jedes Jahr aber häufig, und habe die Entwicklung selbst authentisch erlebt:

    Strom Wasser-Versorgung wurde stabilisiert, Hotels gebaut, renoviert, Geschäfte angesiedelt für die Versorgung, und die Strassen Jahr für Jahr ausgebaut, mühsamer Ausbau aufgrund der Fels-Untergründe.
    Dann wurde auch Fels-Schotterlandschaft längs der Strasse Flughafen – Costa Calma aufgebaut:
    riesige Mengen Schotter Felsen wurden abgebaut und
    Humusboden aufgetragen… wie viele tausende Tonnen das waren würde ich gerne erfahren!
    Dann entstanden auch weitere Ansiedelungen, Hotels die sich nach und nach zum heutigen Stand entswickelten.

    Also:
    Fuerteventura ist für mich eine Trauminsel nach wie vor und die weissen Strände Costa Calma zum Süden sind super.

    Zur Situation der Insel Fuerventura:
    generell ist das Leben auf Inseln immer teurer da diese keine 100%ige Totalversorgung aus sich selbst schöpfen können.

    Hinzu kommen die Ansprüche der Touristen die z.T. Verpflegungen wie aus der Kribik bzgl. Obst erwarten ! und dies zu einem Minimumpreis AI.

    Die Preise für die Einheimischen und die Hotels für Wasser, Strom, Lebensmittel etc. steigen jährlich…und müssen natürlich auch teilweise von den Gästen getragen werden die ja diese Leistungen erhalten.
    So wie für jeden Haushalt und überall in Deutschland !!!!

    Geiz ist geil habe ich immer wieder erlebt und gehört, auch das meckern und die Unzufriedenheit mit den Leistungen, alles zu wenig und nicht gut genug!

    Mein Fazit dazu:
    ich wohne auf Fuerteventura in 4* Hotels die ich kenne und wo ich wechselweise wohne. Auch probiere ich mal Neubauten aus.

    Diese sind alle sehr gepflegt, sauber, das Essen ist super, die Getränke sind preiswert.
    Der Service ist generell gut bis sehr gut und freundlich,
    ist man selbst freundlich ist das Personal das man täglich sieht noch mehr für guten Service bemüht ! Meine Erfahrung die ich dankbar annehme !
    Das hängt nicht vom Trinkgeld ab!

    Trinkgeld ist jedoch für mich ein MUSS,
    da alle die im Hotel für mich arbeiten nicht viel verdienen und darauf angewiesen sind.
    Und dass sie sich für die Anerkennung ihrer Leistungen über ein tägliches Trinkgeld freuen – und dies und nicht erst am Ende ! – ist doch logisch !!!!

    Meine Erfahrungen aus 40 Jahren Fuerteventura sind überwiegend sehr gut, Ausreißer sind selten und diese sind für mich kein Maßstab.

    Ich wünsche der Insel nur das Beste und dass Touristen
    sich wie Gäste verhalten !!!

    Und dass die wirtschaftlichen Situationen der Inselbewohner sich verbessern !!!

  3. Lieber Thomas, ich habe damals nur mit Einheimischen Kontakt gehabt und solche Klagen nie gehört, was nicht bedeuten muss, dass Ihre Schilderungen nicht den damaligen Gegebenheiten entspricht. Man kann sich vorstellen, wie ich 1985 Morro erlebt habe. Mein damaliger Majorero-Partner betrat das Dorf kaum, nannte es „muero“ und fand es schon damals zu touristisch.

    Sicherlich empfindet man Vieles sehr subjektiv und träumt sich auch gerne ein Pseudo-Paradies zusammen. Die Realität kann in der Tat dann anders aussehen. Und sicherlich wird es einkommenstechnisch ohne den Tourismus schwierig für so manchen Insulaner. Man kann halt nicht alles haben.
    Vielen Dank jedenfalls für diese interessante Sichtweise und Realitätsschilderung mir bis dato unbekannter Art. 🙂

  4. Leider oft scheint es mir eine Gleichgültigkeit zu sein frei nach dem Motto Urlauber kommen immer wieder. Da stehen direkt am Traumstrand ältere Hotelruinen, Hausruinen und vergammeln vor sich hin. Hinzu kommt oft Unfreundlichkeit und oft auch durch viele ausländische Geschäftsleute zu Betrugsähnlichen Zuständen. Oft wird man sogar beleidigt wenn man mit diesen diskutieren will oder gar als Nazi bezeichnet . Die Gemeinden müssen zusammenarbeiten und es kann nicht sein das z.b rui Renovierungen verweigert werden und Touristen und Mitarbeiter darunter leiden.

  5. Claudia Winkler, Sie beschreiben „die gute alte Zeit“ auf Fuerteventura, als es nur wenig Hotels und praktisch keine Infrastruktur gab. Für Sie als Urlauberin mag das das Paradies gewesen sein. Für die Menschen, die damals hier ohne Infrastruktur lebten, war es das aber sicher nicht. Viele lebten im wahrsten Sinne von der Hand in den Mund. Es war auch in der frühen Anfangszeit des Tourismus noch völlig normal, wie auch in den Jahrhunderten davor, dass Teile der Bevölkerung auch mal Hunger schoben.

    Hätten sich sich in den „frühen“ Jahren in ihrem Urlaub auf Fuerteventura verletzt oder eine Krankheit zugezogen, hätten sie das „Paradies“ sicher schnell verflucht. Die Einheimischen mussten damals ständig ohne medizinische Versorgung auskommen. Von den älteren Majoreros, die ich kenne, wünscht sich niemand ernsthaft die „alten Zeiten“ zurück.

    Ein modernes Fuerteventura mit noch weiter steigender Arbeitslosigkeit ist sicher auch nur aus einer sehr beschränkten Perspektive ein „Paradies“.

  6. Wir waren auch Stammgäste auf Fuerteventura, aber die Preise werden immer höher, das Niveau
    der Hotels ist fast wie vor dreißig Jahren.
    Auch in Jandia ist nichts mehr schön, wenn man denkt es ist toll, wenn man Handtaschen ab dreihundert Euro anbietet ist dies am Bedarf vorbei.
    Schade um die Insel, es git wirklich Traumstrände.
    Reinhard und Angelika

  7. Als ich zum ersten mal auf Fuerte gelandet bin, gab es den Robinson Club und eine handvoll kleinerer Hotels. Im Reiseprospekt stand damals noch, man solle Taschenlampen mitnehmen, da es nur spärliche Straßenbeleuchtung gab. Man hatte immer Wasserkanister im Auto, da es sein konnte, dass bei einer Panne lange lange kein Auto an einem vorbeifuhr. Und…man lernte Einheimische kennen. Deutsche habe ich jeden Tag vor meiner Nase.
    Ich bin nicht traurig, wenn das zerstörte Paradies wieder etwas aufatmen kann. Vielleicht komme ich dann wieder.

  8. Schade, auch ich war mehrmals auf der Insel.
    Doch die Preise einiger Hotels sind unflexibel, gerade was die sbh Gruppe betrifft während es am Comfort zu bröckeln beginnt und während des Aufenthaltes ein Nebengebäude renoviert wird.
    Bye bye Fuerte

  9. Sehr schade..aber einige Hotelketten halten trotzalledem die Preise stabil hoch..dann kann man nur befuerchten dass das Urlauberniveau sich auf d Reichen reduziert..
    War mal unsere Trauminsel.

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