Zwischenlandung nach medizinischem Notfall auf Flug von Hamburg nach Fuerteventura

Eurowings-Notfall

Am Sonntag, 17.11.2019, ist auf dem Eurowings-Flug EW 7526 von Hamburg nach Fuerteventura ein medizinischer Notfall eingetreten, der eine außerplanmäßige Landung in Casablanca erforderlich gemacht hat.

Nach einem Augenzeugenbericht soll ein Passagier plötzlich Herzprobleme bekommen haben. Er saß auf einem Fensterplatz, schien zu schlafen und ist dann in sich zusammengesackt.

Eine Flugbegleiterin fragte die Passagiere, ob sich ein Arzt unter ihnen befand. Und tatsächlich waren sogar vier Ärzte und eine Krankenschwester an Bord, die sofort die Versorgung des Patienten übernahmen.

Sie klärten mit der Reisebegleitung des Mannes die Vorerkrankungen und ließen sich die Medikamente zeigen, die er offenbar in größeren Mengen im Handgepäck mitführte. Sie legten eine Infusion, die sich in der medizinischen Notfallausrüstung an Bord befand, und versorgten ihn mit Sauerstoff mithilfe eines Notfallbeatmungskits.

Da das Flugzeug sich in der Nähe von Casablanca befand, wählte der Pilot diesen Flughafen für eine Notlandung.

Die Ärzte bemühten sich indessen weiter um den Patienten und führten bis zur Landung und wechselten sich gegenseitig bei der Herzdruckmassage ab.

Am Flughafen von Casablanca wartete bereits ein Ambulanzfahrzeug, um den Patienten zu übernehmen und in ein Krankenhaus zu transportieren. Die Mitreisende begleitete den Patienten aus dem Flugzeug.

Über das weitere Schicksal des Patienten liegen uns keine Informationen vor.

Nachdem das Flugzeug in Casablanca nachgetankt wurde, erreichte es den Flughafen von Fuerteventura mit knapp zwei Stunden Verspätung.

Medizinische Notfälle in Verkehrsflugzeugen

Bei den Massen von Passagieren, die in der zivilen Luftfahrt täglich bewegt werden, ist es praktisch unvermeidbar, dass es auch an Bord von Flugzeugen zu medizinischen Notfällen kommt.

Eine im Ärzteblatt zitierte Studie geht von einem Notfall auf 30.000 bis 40.000 beförderte Passagiere aus. Danach hätte man eine 95% Chance, auf 25 Transatlantikflügen einen Notfall mitzuerleben.

In rund 80% der Fälle, in denen ein medizinischer Notfall auftritt, befindet sich medizinisches Fachpersonal (Ärzte, Rettungssanitäter, Krankenpfleger etc.) unter den Passagieren.

Für Ärzte stellt die Versorgung eines Notfallpatienten an Bord eines Flugzeugs immer eine besondere Herausforderung dar. Ihnen steht für Diagnostik und Behandlung nur das zur Verfügung, was sich an Bord befindet. Doch selbst die simpelsten Methoden, wie z.B. das Abhören von Herz- und Lungengeräuschen mit einem Stethoskop, werden durch die Hintergrundgeräusche und Vibrationen zu einer schwierigen Aufgabe.

Auch ist die Notfallausstattung an Bord von Flugzeugen höchst unterschiedlich und nicht weltweit einheitlich geregelt. So können selbst Ärzte, die für Luftfahrtnotfälle ausgebildet sind, nicht hundertprozentig wissen, was sie in einem konkreten Fall an Bord vorfinden.

Weitere Informationen zu medizinischen Notfällen in der Luft finden Sie unter folgendem Link: https://deutsch.medscape.com/artikel/4902367

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