Mikroplastik an Fuerteventuras Stränden

Plastik im Fisch

Mikroplastik in den Meeren und in unserer Nahrungskette ist ein globales Problem. Und so sind auch Fuerteventura und der Rest der Kanarischen Inseln nicht vor der Plastik- und Mikroplastik-Pest im Atlantik und an unseren Stränden verschont.

Am 24.01.2020 findet um 19:00h im Kongresspalast in Puerto del Rosario ein Vortrag über das „Monitoring von Mikroplastik an Fuerteventuras Stränden statt“. Die Veranstaltung wird von den jungen Meeresbiologen Alberto Sarabia Hierro und María Rodruíguez González geleitet (in spanischer Sprache) und von der Umweltabteilung der Inselregierung von Fuerteventura unterstützt.

Video von einem Fisch mit Plastik im Magen geht auf Kanaren viral

Zeitlich passend zum Vortrag über Mikroplastik auf Fuerteventura überschlagen sich die sozialen Medien wegen eines verstörenden Videos. Es zeigt einen Fisch, der vor Teneriffa geangelt wurde. Beim Ausnehmen des Wolfsbarsches finden die überraschten Angler massenhaft Plastikteile im Magen des Raubfisches.

Im zweiten Teil des Videos wundern sich Fischer über den Mageninhalt einer Goldmakrele. Auch sie hat offenbar große Mengen von im Meer treibenden Plastikteilen verschluckt, die sie offenbar mit Beutetieren verwechselt hat.

Die beiden Fische im Video hatten jedoch überwiegend Makroplastik im Magen. Nach einer weit verbreiteten Definition, die unter anderem auch vom deutschen Umweltbundesamt verwendet wird, gelten Kunststoffteile mit einem Durchmesser von weniger als 5 Millimeter als Mikroplastik.

Doch auch am Makroplastik lassen sich die Probleme erkennen, die unsere Weltmeere bereits jetzt haben. Denn genauso, wie größere Raubfische große Plastikteile verschlucken, nehmen auch kleinere Organismen kleine Plastikteile zu sich.

Der Betreiber eines Hochseeangelbootes auf Fuerteventura hat uns bestätigt, das er auch bereits einmal in einem Thunfisch den Deckel einer Plastikflasche gefunden habe. Dies sei aber bisher zum Glück ein Einzelfall gewesen.

78,3% der vor Lanzarote und Gran Canaria gefangenen Thunmakrelen haben Mikroplastik im Magen

Eine in 2019 von kanarischen Wissenschaftlern im „Marine Pollution Bulletin“ veröffentlichte Studie kam zu dem Ergebnis, dass 78,3% der vor Lanzarote und Gran Canaria untersuchten Thunmakrelen irgendeine Form vom Mikroplastik in ihrem Verdauungstrakt aufwiesen.

Untersucht wurden insgesamt 120 Thunmakrelen (Scomber colias), die zufällig aus den Fängen von traditionellen Fischerbooten auf Gran Canaria und Lanzarote ausgewählt wurden. In 94 von 120 untersuchten Fischen fanden die Forscher insgesamt 260 Mikroplastik-Stücke. Der größte Teil davon (74,7%) waren synthetische Fasern, 31 Plastikfragmente, 30 Stücke alter Farbe, 4 Angelschnüre und zwei Folien.

Folgen für die Tiere, die Nahrungskette und die Menschen

Dass größere Plastikstücke im Magen für einen Fisch oder ein anderes Tier nicht gesund sein können, leuchtet auch ohne weitere wissenschaftliche Studien wohl jedem ein. Plastik ist unverdaulich und früher oder später verhungert der Fisch mit vollem Magen.

Doch auch von Mikroplastik, das wieder ausgeschieden werden kann, geht eine, vielleicht noch viel größere, Gefahr aus.

Aufgrund seiner physikalischen und chemischen Eigenschaften wirkt Mikroplastik quasi wie ein Magnet für allerlei schädliche Substanzen, z.B. für Pestizide wie DDT oder PCB. Dadurch lagern sich solche Krebs erregenden und die Gesundheit gefährdenden Stoffe in immer weiter steigenden Konzentrationen an das Mikroplastik an.

Außerdem geben Kunststoffe bei der Zersetzung Weichmacher, Flammschutzmittel, UV-Filter usw. ins Wasser oder in direkt in den Organismus der Meerestiere ab.

Da Mikroplastik in großen Mengen in unseren Meeren schwimmt, ist es unvermeidbar, dass auch Organismen auf der unteren Stufe der Nahrungskette dieses mitsamt den angereicherten Schadstoffen aufnehmen. Auf jeder Stufe der Nahrungskette reichern sich diese immer weiter an, bis sie schließlich auf dem Teller des Menschen landen.

2 Kommentare

  1. Das ist eine Sauerei, nur verstehe ich nicht warum weiterhin in jedem Supermarkt auf fuerteventura sowie den anderen kanaren soviel Plastik an Flaschen und Verpackung eingesetzt werden. Sowie in den ganzen hotels.

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