Feinstaubbelastung auf Fuerteventura durch intensiven Calima erreicht Rekordwerte

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Die Belastung durch Feinstaub hat auf Fuerteventura und den anderen Kanarischen Inseln am 22.02.2020 während der extremen Calima-Episode historische Rekordmarken erreicht.

Auf Fuerteventura wurden Feinstaubwerte PM10 von 941µg/m³ (Mikrogramm pro Kubikmeter) gemessen.

Auf Lanzarote erreichte die Feinstaubbelastung sogar Werte von 969µg/m³.

Noch viel extremer waren die Messwerte jedoch auf Gran Canaria. Dort lag die Feinstaubbelastung mit unglaublichen 1.872µg/m³ doppelt so hoch wie auf Fuerteventura.

Auf Gran Canaria musste am 22.02.2020 aufgrund der schlechten Sichtverhältnisse sogar der Betrieb auf dem Flughafen vorübergehend eingestellt werden. Erst ab 22.00h konnte der Flughafen für den Flugverkehr wieder geöffnet werden.

WHO-Empfehlung für Feinstaub: nicht über 50µg/m³

Die Weltgesundheitsorganisation WHO empfiehlt, dass Menschen sich nicht einer Feinstaubbelastung PM10 von über 50µg/m³ im Tagesmittel bzw. 20µg im Jahresmittel aussetzen sollen.

Generell wird die Luftverschmutzung durch Feinstaub als Ursache für diverse gesundheitliche Probleme angesehen. Asthma, Allergien, Atemwegsbeschwerden und sogar Lungenkrebs sind die möglichen Folgen einer Feinstaubexposition.

Jüngere Studien haben gezeigt, dass sich Feinstaub auch auf Patienten mit Herzkreislauferkrankungen stark negativ auswirkt. Auf Teneriffa untersuchten Ärzte von 2014 bis 2017 in einer klinischen Studie 829 Patienten, die mit einer Herzinsuffizienz ins Krankenhaus eingeliefert wurden. 6% der eingelieferten Patienten verstarben. 86% der verstorbenen Patienten waren einer erhöhten Feinstaubbelastung von über 50µg/m³ durch Sahara-Staub während einer Calima-Episode ausgesetzt.

Der Feinstaub dringt je nach Partikelgröße mehr oder weniger tief in die Atemwege ein. Der Nasen-Rachen-Raum kann Partikel mit weniger als 10µm Größe nicht aus der Luft filtern. Sehr feine Teilchen können bis in die Lungenbläschen eindringen. Von dort kann sie der Körper nur sehr langsam oder gar nicht mehr entfernen.

Bei Calima auf Fuerteventura: Fenster und Türen zu und drinnen bleiben!

Als wichtigste Gesundheitsvorsorge bei intensiven Calima auf Fuertventura sollte man Türen und Fenster geschlossen halten und sich in geschlossenen Räumen aufhalten. Auf körperliche Anstrengung, insbesondere im Freien, sollte man unbedingt verzichten.

3 Kommentare

  1. Jochen Lippert, dabei ist allerdings zu beachten, dass Feinstaub nicht gleich Feinstaub ist. Es kommt auch sehr auf die chemischen und physikalischen Eigenschaften des Staubs an. Zwischen natürlichem Saharastaub und industriellem Feinstaub wie Abrieb von Bremsbelegen oder Ruß aus Verbrennungsrückständen gibt es sicher erhebliche Unterschiede in ihrer Wirkung auf den Organismus. Könnte man die Calima verbieten, um die Feinstaubbelastung zu senken, würden die Behörden das hier sicher gerne tun 😉

  2. Leider muss ich jetzt etwas zynisch sein und an deutsche Fahrverbote wegen Feinstaub von über 300 µg/m³ denken…

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