Fortbestand des Lebensmittellabors für Milchprodukte auf Fuerteventura in Gefahr

Bakterienkultur

Käse aus Ziegenmilch ist eines der Vorzeigeprodukte der landwirtschaftlichen Produktion auf Fuerteventura. Kaum ein anderes Produkt, das auf Fuerteventura hergestellt wird, findet international mehr Anerkennung als der „queso majorero“, der nach traditionellem Verfahren produzierte Ziegenkäse von Fuerteventura.

Doch ein Lebensmittel, das aus einer so empfindlichen Zutat wie Ziegenmilch hergestellt wird, bedarf auch einer zuverlässigen Kontrolle durch ein Lebensmittellabor. Schließlich gibt es neben Geschmack, Geruch und Textur noch andere Qualitätsmerkmale, die ein Ziegenkäse erfüllen muss. Er muss selbstverständlich frei von Schadstoffen wie Pestiziden oder Schwermetallen sein. Und auch die Freiheit von Keimen, die für den Menschen gefährlich sein könnten, muss sichergestellt werden.

Daher gibt es seit fast 20 Jahren in Pozo Negro auf Fuerteventura ein Labor, das auf die Analyse von Milchprodukten und hier speziell auf die Qualitätsüberwachung von Ziegenkäse spezialisiert ist.

Doch laut einer Pressemitteilung der Coalición Canaria (CC), Oppositionspartei in der Inselregierung von Fuerteventura, soll der Fortbestand dieses Labors durch den drohenden Verlust der Qualitäts-Akkreditierung gefährdet sein.

Für die CC habe die „Nachlässigkeit der derzeitigen Regierungsgruppe, die von Blas Acosta geführt wird, und in der Marcelino Cerdeña für die Landwirtschaftsbehörde verantwortlich ist, dafür gesorgt, dass die Belegschaft des Labors seit Monaten keine Gehälter ausgezahlt bekommen. Hinzu kommt das Fehlen von Geldern, um Material und Geräte zu anzuschaffen, die zur Realisierung der Analysen notwendig sind.“

„Das hat zur Folge, dass viele Milchproduzenten auf Fuerteventura die Analysen ihrer Produkte außerhalb der Insel machen lassen müssten, was seit dem Ende des letzten Jahrhunderts nicht mehr nötig war. Der Versand erhöht die Produktionskosten und verlangsamt den Herstellungsprozess für die Produzenten“, heißt es in der Pressemitteilung weiter.

Die Inselregierung von Fuerteventura müsse nun schnellstens reagieren. Sonst werde Fuerteventura das Lebensmittellabor verlieren, wodurch ein großer Schaden für den Landwirtschaftssektor der Insel entstehen würde, warnt die CC.

2 Kommentare

  1. Organisiert wie bei uns ist garnicht schlecht.
    Als ich mir im letzten Jahr eine Ziegenfarm angeschaut habe war ich doch etwas schockiert. Eine tote Ziege lag zwischen ihren Artgenossen und als ich im Verkaufsladen für Ziegenkäse etc. Bescheid sagte, hat der Chef nur abgewunken. Es interessierte niemanden. Ich sah auch Ziegenmütter mit ihren Jungen ohne schattiges Plätzchen oder Wasser. So vergeht einem de Appetit auf Ziegenkäse abgesehen davon das ich den sowieso nicht esse. Aber man kann doch nicht so mit Tieren umgehen von denen man auch noch seinen Nutzen hat. Es braucht nicht nur ein Labor sondern auch einen Tierschutzbeauftragten.

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