Vorläufige Ergebnisse der Antikörperstudie: keine Herdenimmunität auf den Kanaren und in Spanien

Seroprevalencia-Mapa

Das Gesundheitsministerium Spaniens hat am 13.05.2020 erste vorläufige Ergebnisse der Covid-19-Antikörperstudie (ENE-COVID19) veröffentlicht.

Die vorläufigen Ergebnisse basieren auf der Auswertung der Schnelltest, die bei der ersten Proben gemacht wurden. Die Ergebnisse der Immunoassays (mit PCR) liegen derzeit noch nicht vor. Allerdings, hieß es, sei die Zuverlässigkeit der Schnelltests sehr hoch, die Ergebnisse sollen in 97,3% der 16.953 bereits als Immunoassay ausgewerteten Fälle übereinstimmen.

Getestet wurden vom Statistikinstitut INE ausgewählte Personen, die einen Bevölkerungsschnitt repräsentieren sollen.

Aktuell wurden in der ersten Runde 60.983 Teilnehmer getestet, was einer Teilnahme von 62,3% der 90.000 insgesamt ausgewählten Teilnehmer entspricht. Es konnten in der ersten Testrunde lediglich 74,7% der ausgewählten Personen kontaktiert werden.

Keine Herdenimunität in Spanien

Die vorläufigen Ergebnisse zeigen keine Herdenimmunität in Spanien. Die geschätzte Prävalenz für die Antikörper IgG für SARS-Cov2 liegt In Spanien bei 5%.

Als Prävalenz bezeichnet man den Anteil an Personen einer bestimmten Gruppe zu einem bestimmten Zeitpunkt, die an einer bestimmten Krankheit erkrankt ist.

Damit ist klar, dass es keine Herdenimmunität in Spanien gibt, da diese erst dann als gesichert gilt, wenn bis zu 60% der Bevölkerung die Infektion durchgemacht hat.

Nur bei 2,5% der Personen, die keinerlei Symptome aufwiesen, konnten Antikörper nachgewiesen werden.

Große regionale Unterschiede

In den Ballungsgebieten, in denen auch die meisten durch Laborproben bestätigten Krankheitsfälle auftraten, sind erwartungsgemäß auch die meisten Personen mit Antikörpern nachgewiesen worden. In und rund um Madrid ist die Prävalenz teilweise weit über 10%, während sie in anderen Gebieten wie Ceuta, Murcia und auch den Kanaren unter 2% liegt.

Einwohner auf den Kanaren: nur 1,8% haben Antikörper

In der Provinz Las Palmas haben 1,4% der getesteten Menschen Antikörper, in der Provinz Teneriffa liegt die Zahl mit 2,1% etwas höher.

Insgesamt sind in diesem vorläufigen Ergebnis jedoch aktuell nur die Ergebnisse von Test bei 2.324 ausgewertet. Insgesamt wurden auf den Kanaren nach Angaben des kanarischen Gesundheitsamts jedoch 6.301 Personen in 3.168 Haushalten getestet.

Damit zeigt sich auch auf den Kanaren ganz klar: Wenige Fälle an Erkrankungen gehen auch mit wenigen Fällen an insgesamt durchgemachten Erkrankungen einher.

Den kompletten Text der vorläufigen Ergebnisse findet man unter folgendem Link: https://www.lamoncloa.gob.es/serviciosdeprensa/notasprensa/sanidad14/Documents/2020/130520-ENE-COVID_Informe1.pdf

Was für die Kanaren ein großer Vorteil war, könnte sich damit zu ihrem Nachteil auswirken

Auf den Kanaren gab es insgesamt sehr wenige Crona-Fälle. Auf Fuerteventura gab es bis einschließlich 13.05.2020 nur 44 bestätigte Fälle (Quelle: Blas Acosta, Präsident Cabildo de Fuerteventura).

Damit könnte sich für die Kanaren der Vorteil der Tatsache, dass es nur so wenige Erkrankte und Tote gab, in einen großen Nachteil im Hinblick auf Lockerungen und die Hoffnung auf eine gewisse Grundimmunität in der Bevölkerung umkehren.

6 Kommentare

  1. Gibt es aufgeschlüsselte Zahlen konkret für Fuerteventura, was die Antikörper betrifft?

  2. Naja, das war abzusehen. Wenn es überhaupt eine (vorübergehende) Immunität gibt, was derzeit ja gar nicht klar ist, erreicht man die und damit auch irgendwann eine Herdenmmunität nur mit Durchseuchung, sprich Kontakt, und nicht indem alle weggesperrt werden. Man wird sehen, wie es weiter geht.

  3. Wenn alle Zuhause eingesperrt sind und Kontaktverbote herrschen… wie soll dann bitte Herdenimunität erreicht werden… dazu muss man auch mit anderen Menschen ( somit Viren und Bakterien) nahe kommen… und davon mal abgesehen wie soll man gegen einen Virus der ständig mutiert auch immun werden? manchmal glaube ich echt … das niemand mehr selbständig denken kann…

  4. Problematisch wird es erst dann, wenn die Touristen uns unter Umständen den Virus erneut einschleppen…
    Hoffen wir auf das Beste und daß durch das Aufhalten an der frischen Luft das Virus sich bei uns nicht halten kann, auch wenn die Hotels wieder öffnen…

  5. Seid froh wenn ihr Virusfrei seid, dann kommen vielleicht auch die Touristen wieder.
    Wer will schon wohin wo der Virus noch kreist.

  6. Vielleicht ist das ein Signal nicht auf die Herdenimmunität zu setzen, sondern anzuerkennen, dass man ja vielleicht auch darauf bauen könnte dass das auch bedeutet, dass 95% nicht mit dem Virus in Kontakt gekommen sind.

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