Fuerteventura: Hilfe für einen Schmarotzer

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Bereits im September wurde eine Schmarotzerraubmöwe (Stercorarius parasiticus) an der Costa Calma verletzt aufgefunden. Eine Frau brachte das Tier in die Tierarztpraxis „Centro Veterinario Sur“, die von Tierarzt Roberto Fernández Castro und Dr. Ana Belén Casal López geführt wird.

Das Ärzteteam begann sofort mit der Untersuchung des Patienten, der sich – wie sich einige Röntgenaufnahmen später – herausstellte, Knochenbrüche in einem Flügel zugezogen hatte. Die genauen Umstände, wie es zu der der Verletzung kam, sind nicht bekannt.

Bei der Raubmöwe handelt es sich um ein Jungtier, das aber kein Küken mehr ist.

Der Vogel wurde vom Tierärzteteam Roberto und Ana operiert. Dabei wurde der Bruch im Gelenk stabilisiert. Nach ein paar Tagen schon wurden die Verbände abgenommen, jetzt muss sich zeigen, ob der Vogel ist wieder vollständig erholen kann. Insbesondere die Erfahrung von Ana Casal, die jahrelang in einer Einrichtung für den Schutz und die Wiedergenesung von Wildtieren gearbeitet hat, war in diesem Fall sehr hilfreich. Ana hat an der Universität von Gran Canaria ihre Doktorarbeit über „Hämatologie und die Blut-Biochemie von Meeresschildkröten geschrieben und ist außerdem auf exotische Tiere spezialisiert.

Nach der erfolgreichen OP

Am 06.10.2020 wurde die Möwe, zur weiteren Genesung an den Oasis Wildlife Fuerteventura übergeben.

Wie uns Roberto von der Tierarztpraxis Centro Veterinario Sur mitteilte, hat der Vogel noch einige Zeit vor sich, bis sich herausstellt, ob er wieder freigelassen werden kann. Dazu muss sichergestellt sein, dass er auch wieder richtig fliegen kann.

Die Kosten der Behandlung trägt das Cabildo von Fuerteventura, bei dem die Verantwortung für verunfallte Wildtiere liegt.

Schmarotzerraubmöwen

Schmarotzerraubmöwen sind Verwandte der Möwen. Sie sind kräftige Seevögel, die einen wendigeren und schnelleren Flug als Möwen haben. Sie übertreffen diese in Geschwindigkeit und Beschleunigung. Ihr Flug ähnelt mehr dem eines Falken, als einer Möwe.

Die Tiere machen ihrem Namen alle Ehre. Sie betreiben Kleptoparasitismus, stehlen also anderen Seevögeln die erbeutete Nahrung. Überfallartig attackieren sie andere Seevögel und bringen sie dazu, ihre Beute fallen zu lassen oder sie sogar wieder aus zu würgen. Raubmöwen fressen alles, was ihnen vor den Schnabel kommt, von Fisch über Aas, sogar Nager werden von ihnen erbeutet.

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