Nach Flug trotz Corona-Verdacht: Mann muss 1.500€ Bußgeld zahlen

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Wie wir seinerzeit berichteten, war am 29.05.2020 ein Flug auf Lanzarote gelandete, der einen Großeinsatz auslöste und mit der Quarantäne von 14 Personen endete. Grund war ein Mann, der ohne das Ergebnis seines Corona-Tests abzuwarten zurück nach Lanzarote geflogen war. Während der Mann im Flugzeug saß, wurde das positive Testergebnis bekannt.

Der Mann war wegen des schlechten Gesundheitszustandes seiner Mutter auf das spanische Festland geflogen. Seine Mutter soll nach Presseberichten an Krebs im Endstadium gelitten haben. Im Krankenhaus hatte man dann bei ihr eine Corona-Infektion festgestellt. Der Mann aus Lanzarote hatte keinen direkten Kontakt mit der Mutter, da diese vor seinem Eintreffen verstarb. Jedoch hatte er engen Kontakt zum Vater und den Geschwistern. Diese hatten ihrerseits vorher engen Kontakt mit der Mutter.

Alle Familienangehörigen mussten sich einem Test unterziehen. Der Mann allerdings wartete das Ergebnis nicht ab, sondern setzte sich am 29.05.2020 in den Flieger von Madrid nach Lanzarote. Zuvor war er von Real Ciudad nach Madrid gereist.

Sicherheitsprotokoll aktiviert

Während der Mann sich auf dem Flug befand, wurde dann das positive Testergebnis für ihn und weitere Familienmitglieder von den Behörden bekannt gegeben. Nachdem der Mann telefonisch nicht erreichbar war, fanden die Behörden heraus, dass er sich auf dem Flug nach Lanzarote befand.

Bei der Landung erwartete dann ein riesiges Aufgebot an Guardia Civil und Sanitätspersonal auf die Passagiere. In kompletter Schutzmontur nahmen sie die Passagiere in Empfang.

Nachdem der Mann identifiziert worden war, mussten auch 13 weitere Personen, die in einem engeren Kontakt mit dem Mann gewesen waren, in 14tägige Quarantäne.

Letztlich gab es bei keiner der 13 Personen einen positiven Corona-Test.

1.500€ Bußgeld wegen schwerem zivilem Ungehorsam

Die zuständige Gesundheitsbehörde in Ciudad Real hat dem Mann nun ein Bußgeld in Höhe von 1.500€ wegen schwerem zivilen Ungehorsams auferlegt. Er sei seinerzeit von den Behörden darüber in Kenntnis gesetzt worden, dass er ohne das Testergebnis die Quarantäne nicht aufheben und somit auch nicht nach Lanzarote hätte fliegen dürfen.

Die Gesundheitsbehörde von Ciudad Real war in diesem Fall zuständig, da die Probe in ihrem Einzugsbereich gemacht worden war, obwohl der Mann auf Lanzarote lebt.

Ob der Mann die Strafe akzeptiert oder Einspruch erhebt, ist nicht bekannt. Auch ist nicht bekannt, ob tatsächlich andere Passagiere zivilrechtliche Schritte gegen den Mann eingeleitet haben, da er sie vorsätzlich in Gefahr gebracht hat. Ob der Mann außerdem den Einsatz der Rettungskräfte bezahlen muss, ist auch noch unklar.

13 Kommentare

  1. @Thomas Wolf:
    Vielen Dank für die Aufklärung.
    Ich gebe zu, ich bin nicht mit juristischen Feinheiten vertraut, daher danke ich Euch, dass Ihr das so gut differenzieren könnt 🙂

  2. Fuertegirl, in beiden Fällen handelt es sich um „schwere Ordnungswidrigkeiten“, nicht um Straftaten. Die Migranten, zumindest die, die kanarischen Boden aus eigener Kraft betreten und keine Anspruch auf Asyl haben, begehen mutmaßlich einen illegalen Grenzübertritt an einer nicht dafür bestimmten Stelle (Grenzübergang). Wenn sie vorher ihre Ausweise „entsorgen“, wäre das eine weitere schwere Ordnungswidrigkeit. Nach unserem Wissen ahnden die Behörden diese schweren Ordnungswidrigkeiten in der Regel tatsächlich nicht.

  3. @Reinhard Dorsch:
    „Warum soll der Spanier bestraft werden und die anderen nicht? Dann gibt es kein gleiches Recht für alle! Kapiert?“

    Meine Antwort: Weil der Spanier eine Straftat begangen hat und alle anderen nicht.

    Oder welche Straftat haben die „Flüchtlinge“ Ihrer Meinung nach begangen?

  4. Manuel Verhuven. Wo bleibt die Gleichbehandlung? Das hat mit Rassismus nichts zu tun. Warum soll der Spanier bestraft
    werden und die anderen nicht? Dann gibt es kein gleiches Recht für alle! Kapiert?

  5. Auch ich schließe mich Paul C., Manuel Verhufen, Hardy und Fuertegirl an. Rassismus hat hier und überhaupt irgendwo was zu suchen.

  6. Ich schließe mich Paul C. und Manuel Verhufen vollumfänglich an.
    Vielen Dank für die klaren Statements.
    Sehr beruhigend und positiv, dass es noch immer Menschen gibt, die sich klar gegen solche rassistische Hetze positionieren. Ich mache das auch.

  7. Ich stimme dem Kommentar von Manuel Verhufen voll zu.
    Die Redaktion sollte den Kommentar von Reinhard Dorsch sofort entfernen.

  8. Ich lese die Artikel dieser Webseite sehr gerne, umso mehr habe ich mich geärgert, den Kommentar von Herrn Dorsch lesen zu müssen.
    Der Kommentar ist rassistisch. Es wird suggeriert Geflüchtete würden Corona verbreiten, seien nicht wirklich auf der Flucht, würden Unrecht begehen und den Sozialstaat ausnutzen. Eine Differenzierung erfolgt nicht, so dass es als pauschale Aussage präsentiert wird. Obwohl es im ursprünglichen Beitrag gar nicht um Geflüchtete geht, wird die Kommentarfunktion genutzt, um Position gegen diese Menschen zu beziehen. Dies möchte ich meinerseits nicht unkommentiert stehen lassen.

  9. Spinnen die span. Behörden? Corona-Infiz. „Flüchtlinge“ lassen sie ungestraft ins Land, geben ihne freie Kost und Logis. Unrechtsstaat Spanien.

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