Fährgesellschaft „Naviera Armas“ möglicherweise von Insolvenz bedroht

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Wer schon einmal einen Hafen auf Fuerteventura besucht hat, hat sicher schon einmal eine Fähre von Armas gesehen. Die Fähren im weiß-roten Design verbinden Fuerteventura und Lanzarote mehrmals vom Hafen von Corralejo aus. Außerdem fährt Armas von Puerto del Rosario und Morro Jable aus von Fuerteventura nach Gran Canaria.

Verschiedene spanische Medien berichten am 05.11.2020 von einer möglicherweise bevorstehenden Insolvenz der Fährgesellschaft „Naviera Armas“. Dabei berufen sich die Medien auf die spanische Tageszeitung ElConfidencial.

Die Fährgesellschaft Armas ist das wichtigste Transportmedium für den Fährverkehr zwischen den Kanarischen Inseln, zwischen den Balearischen Inseln und zwischen dem Festland und den beiden Archipelen.

Armas soll wegen des Zusammenbruchs des Tourismus infolge der Coronakrise eine Schuldenberg von über 800 Mio. Euro angehäuft haben.

Nun soll das Unternehmen seinen Gläubigern mitgeteilt haben, dass es nicht in der Lage sein könnte, die Zinskupons ihrer Anleihe über 282 Mio. Euro zu bedienen, die in 2023 zur Rückzahlung fällig wird. Die Zinsen für diese Anleihe werden Ende Januar 2021 fällig. Auch die Zinszahlung für eine weitere Emission über 300 Mio. Euro, die bis Januar 2024 läuft, wird am 16.10.2020 fällig und kann nicht bedient werden.

Armas soll die Investmentbank Houlihan Lokey und die Beraterfirma Price Waterhouse Coopers (PWC) angeheuert haben, um eine Lösung für die kritische Finanzlage zu finden. Das Unternehmen soll seinen Gläubigern nahegelegt haben, dass ein teilweiser Schuldenerlass notwendig sei.

Armas hatte im Mai 2020 einen ICO-Kredit über 55 Mio Euro erhalten. Im August 2020 konnte sie einen weiteren Kredit über 75 Mio. Euro erhalten. Offenbar reichen diese beiden Kredite jedoch nicht aus, um das Überleben der Fährgesellschaft zu sichern.

Ob und wann die kritische Finanzlage das operative Geschäft und somit die Fährverbindungen zwischen Fuerteventura und den anderen kanarischen Inseln beeinträchtigen wird, ist zurzeit nicht abzusehen.

5 Kommentare

  1. Fred Olsen wird es freuen. Bald haben sie das faktische Monopol. Oder doch nicht? Schätze, die werden auch zu kämpfen haben, wenn sich die touristische Lage so weiterentwickelt. Einfach nur schade.

  2. Schrecklich, furchtbar… sehr schlimm, kürzlich war ich, mit ,,ARMAS,,, von Santa Cruz de Teneriffa nach Morro Jable, mit Auto.Es war einfach genial, ALLES, besonders das Personal, so umsichtig, um die Passagiere besorgt, nachgefragt, wie es ihnen geht, super sauber, bestens durch organisiert, der gesamte Ablauf, kaum für uns merkbar! Hoffentlich schaffen SIE es, ich komme wieder mit! ANIMO!!!

  3. Da werden noch etliche Unternehmen folgen, so traurig es auch ist. Diese Krise beschäftigt uns noch länger, was die Weltwirtschaft immer mehr in Schieflage zieht. Man darf nicht über die nächsten Jahre nachdenken. Es ist schockierend. 😖

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