Gleich zwei medizinische Notfälle auf Flug von Hamburg nach Fuerteventura

Bildquelle: Eurowings Press

Auf einem Eurowings Flug von Hamburg nach Fuerteventura hat es am Sonntag, den 13.12.2020 gleich zwei medizinische Probleme gegeben.

Passagiere, die den Rückflug von Fuerteventura nach Hamburg mit Abflug um 10.55h (Flugnummer EW7526) gebucht hatten, haben davon berichtet, dass ihr Rückflug abgesagt worden sei. Zunächst habe es geheißen, dass auf dem Hinflug jemand verstorben sei, später dann, dass jemandem aus der Crew „schlecht“ ginge.

Eine Rückfrage bei der Pressestelle von Eurowings ergab folgende Stellungnahme.

Eurowings Pressestelle bestätigt medizinische Notfälle

Wir können bestätigen, dass sich auf dem gestrigen Flug EW7526 von Hamburg nach Fuerteventura gleich zwei medizinische Vorfälle ereignet haben. Unsere Maschine landete planmäßig und sicher in Fuerteventura, die betroffenen Passagiere wurden ärztlich versorgt. Da diese Vorfälle unsere Crews in der professionellen Betreuung überdurchschnittlich beansprucht haben, haben wir uns entschieden, für den Rückflug eine neue Crew einzusetzen. Sicherheit und gesundheitliche Unversehrtheit sind unsere obersten Prioritäten. Wir bedauern es natürlich, dass die für den Rückflug gebuchten Passagiere ihre Rückreise nicht wie geplant antreten konnten, bitten aber um Verständnis für die getroffenen Maßnahmen. Die betreffenden Passagiere wurden in einem Hotel untergebracht und fliegen heute mit einer Ersatzmaschine zurück. Das Flugzeug ist bereits auf dem Weg nach FUE.

Mail der Pressestelle von Eurowings, 14.12.2020

Auf erneute Nachfrage hat man uns ebenfalls bestätigt, dass es an Bord keinen Todesfall gegeben hat.

Passagiere für den Rückflug blieben zunächst am Boden – Rückflug erfolgt am 14.12.2020

Wie auch Eurowings bestätigt hat, wurden die für den Rückflug gebuchten Passagiere in einem Hotel untergebracht. Letztlich kommen diese Passagiere nun einen Tag später nach Hause als geplant. Am Montag, den 14.12.2020 fliegen sie mit einer Ersatzmaschine zurück.

Sicherlich haben die Passagiere Verständnis dafür, das eine Crew, die sich mit gleich zwei medizinischen Notfällen an Bord auseinander setzen musste, nicht direkt im Anschluss ihren normalen Dienst am Kunden durchführen konnte.

Vielleicht hätten sich die wartenden Passagiere aber auch einfach über etwas mehr Transparenz gefreut. Eine bessere Kommunikation hätte sicherlich auch zu besserem Verständnis bei den wartenden Passagieren geführt.

13 Kommentare

  1. @Lars. Das ist ja eine interessante Interpretation. Ich saß zwei Reihen hinter Dir. Und deine Frau und Du seid immer auf E und F gesessen. D war frei. Woher soll da jemand wissen dass Du den Platz zugebucht hast. Auch der Crew ist das nicht immer transparent. Zudem kannst Du nicht umhingekommen sein, die Dringlichkeit der Situation mitbekommen zu haben. Es wurden mehrere Durchsagen gemacht. Der erste Fall wurde an allen Vieren nach vorne in die vordere Galley transportiert. Also wie Du da von 1 E oder F nur was hinter dir mitbekommen haben willst ist mir schleierhaft – auch ohne ein Gaffer zu sein. Da sich die Crew und der Arzt um den Patienten gekümmert haben und sie in einer entsprechenden Stresssituation waren ist nachvollziehbar und sie einfach gesagt haben sucht euch einen Platz, dass wir nachher die Reihe für den Patienten haben. Das war halt der einzig freie 😉 und der Flugbegleiter hat nicht so souverän reagiert (er sagte er hoffe, dass wenn Du mal krank an Bord wirst andere Passagiere anders reagieren als Du), aber Dich hier als Kommunikationsopfer darzustellen ist etwas übertrieben. Deine Frau saß ja dann auch danach gut auf D, so dass sich beim zweiten Fall auch keiner mehr dahin getraut hat.

  2. Habe auch schon XL Platz gebucht, da ich groß bin, aber nicht breit. Neben mir saßen dann sehr breite Leute, vielleicht auch groß. Das nur zu den Sitzen, die ich nicht mehr gebucht habe, denn ich hatte extra bezahlt und Späteinsteiger bekamen neben mir den Platz, plus Prossecco. gratis. Aber Thema verfehlt, hier ging es ja um einen Notfall und ich hoffe, dass es dem kranken Passagier wieder gut geht und dass auch die anderen Passagiere und die Crew das einigermaßen verkraftet hat, es ist für mich jetzt nicht nachvollziehbar, dass sich Leute über die Crew beschweren, die sind doch auch nur Menschen. Und allen die nun auf Fuerte sind dürfen sich freuen. Genießen sie es und bleiben sie gesund!

  3. Werter Peter,
    ich empfehle ihnen, sich nicht mit der typisch deutschen Neidkultur in einem solchen Fall zu verstricken. Diese Unart erleben wir speziell in D an allen Ecken und Enden.
    Respektieren sie bitte die individuellen Bedürfnisse der Menschen. Das gehört sich so.
    Gerade solche Leute respektieren auch in der Regel entsprechende Hilfsgesuche, wenn man diese Leute ordentlich auf eine entsprechende Notsituation anspricht.

  4. leere Plätze buchen gehört verboten! XL Sitze ebenfalls! Ich habe auf einem Rückflug einer Frau mit zertrümmerter Kniescheibe gestattet ihr Bein über das ihres Mannes (Mittelsitz) und meines zu legen (Gang)! Obwohl wir Fenster und Mitte hatten. Die verletzte Person und ihr Mann hatte die Gang Plätze. Wir haben gerne getauscht und geholfen. Dazu haben sich XL Sitz Fluggäste nicht bereit etklärt!
    Menschenunwürdig nenne ich sowas.

  5. @ Heinz und Michels:
    Es ist absolut schlüssig wenn die Crew nach den medizinischen Notfällen mit dem leeren Flugzeug zurückgeflogen ist und eine neue Crew eingeflogen wurde. Nach schwerwiegenden Zwischenfällen kann man von keiner Kabinencrew erwarten den Rückflug durchzuführen als wäre nichts gewesen. An konzentrierter Flugbegleitung wäre nicht mehr zu denken. Die Cockpitbesatzung ist aber durchaus noch in der Lage die Maschine sicher nach Hause zu fliegen, da sie auf dem vorherigen Flug nicht in dem Sinne belastet wurde wie die Kabinencrew. Und da eh eine neue Crew mit einem anderen Flugzeug nach Fuerteventura fliegen musste um die Reiserückkehrer abzuholen, ist es die Entscheidung des Kapitän, ob man mit der gesamten Crew ins Hotel geht oder ob man mit leerer Maschine nach Hause fliegt und die Flugbegleiter während des Rückfluges wieder etwas zur Ruhe kommen.
    An einem sicheren und konzentrierten Flugverlauf bei einem direkten Rückflug mit Passagieren ist in einem solchen Fall nicht zu rechnen.
    Und eine verantwortungsvolle Airline regelt es dann so wie in diesem Fall Eurowings, obwohl es Unmengen an Kosten für Hotels und weitere Flüge bedeutet. Und auch die sehr spontanen logistischen Herausforderungen wie Hotelbuchungen für Passagiere, Bustransfers vom Flughafen zum Hotel usw. sind zeitintensiv und stressig für die Mitarbeiter einer Airline. Die Komminikation hätte nach einem gewissen Zeitraum vielleicht besser laufen können, aber i.d.R. kann eine Airline erst nach der Landung abschätzen, ob die Crew noch einsatzbereit bleibt oder ob ein Kapitän entscheidet keinen weiteren aktiven Flug durchzuführen. Und erst dann beginnt die logistische Herausforderung, bei der man in der ersten Zeit nicht mehr sagen kann als das man sich um alles kümmern würde und man bitte auf weitere Informationen warte. Und im Ausland hat man meistens keine eigenen Mitarbeiter vor Ort, sondern ist auf das Flughafenpersonal bzw. ausländische Bodenabfertiger zur Unterstützung angewiesen.
    Nur soviel dazu, um vielleicht auch etwas Verständnis für eine solche Situation für die Airline aufbringen zu können.

  6. Als früherer Flugbegleiter im Ruhestand möchte ich gerne etwas erklären. Wenn es zu medizinischen Notfällen an Bord kommt, bei denen unter Umständen eine lebensgefährliche Situation nicht auszuschließen ist, bedeutet dies eine enorme Herausforderung und Belastung für die Crew. Auch wenn die Kabinenbesatzung bei Eurowings sehr intensiv für medizinische Notfälle geschult ist, werden aus Flugbegleitern keine Ärzte oder Krankenschwestern. Sie gehen an ihre Belastungsgrenze, und bei einem Flug nach Fuerteventura überlegt man genau, ob es besser ist in Marokko zwischenzulanden oder doch besser nach Fuerteventura weiterzufliegen, sich einer deutlich längeren Belastung auszusetzen, aber die erkrankte Person anschließend in einem gut ausgestatteten Krankenhaus zu wissen.
    Ich möchte als Außenstehender nicht beurteilen, ob die Crew sich gegenüber anderen Passagieren perfekt verhalten hat, aber man sollte bedenken, in welcher Situation sie sich befunden hat.
    Und bei einem Notfall an Bord – egal ob medizinischer oder anderer Art – geht es in erster Linie nur noch um Anweisungen der Crew, die die Passagiere zu befolgen haben. Es bleibt oft gar keine Zeit jedem Passagier für die Anweisungen Begründungen mitzuteilen.
    Und wenn dann die Anweisungen nicht umgehend durch die Passagiere umgesetzt werden, gehen bei dem einen oder anderen Flugbegleiter vielleicht auch mal die Nerven durch. Man darf nicht vergessen, dass auch Flugbegleiter Menschen sind.
    In dem zuvor geschriebenen Kommentar von Lars schätze ich die Situation folgendermaßen ein:
    Die Crew benötigte Platz um die erkrankte Person zu betreuen und gibt anderen Passagieren die Anweisung sich auf andere freie Plätze im Flugzeug umzusetzen. Als Crew hat man je nach Art des medizinischen Notfalls keine Zeit den betreffenden Passagieren neue Plätze zu suchen, sondern erwartet, dass sie als erwachsene Menschen dies selbst hinbekommen. Wenn die Passagiere keinen neuen Sitzplatz finden, weil andere Passagiere einen freien Mittelsitz dazugebucht haben, sind sich die Passagiere unsicher und suchen wieder Rat bei der Crew anstatt die anderen Passagiere von der besonderen Situation aufgrund des medizinischen Notfalles hinzuweisen. Neben der medizinischen Versorgung der erkrankten Person wird die Crew dann zusätzlich mit dem Umsetzen von Passagieren belastet und muss anfangen zu diskutieren. Dann vergeht einigen Flugbegleitern die Freundlichkeit. Ich unterstelle Lars und seiner Frau keine schlechten Absichten, ganz im Gegenteil. Ich bin fest davon überzeugt, dass sie bei entsprechender Kommunikation den freien Mittelplatz zur Verfügung gestellt hätten, allerdings darf man die Situation der Crew, die bei medizinischen Notfällen oftmals an die Belastungsgrenze und darüber hinaus geht, nicht unterschätzen. Und wenn dann zusätzliche unnötige Probleme auftreten, verlieren auch Flugbegleiter irgendwann die Nerven.
    Und aus eigener Erfahrung weiß ich leider auch, dass nicht alle Passagiere bei medizinischen Notfällen kooperieren. Nach einer Reanimation an Bord wurde meine Crew nach einer Zwischenlandung ausgeschimpft, weil ein älteres Ehepaar aufgrund dessen an dem Tag das zur bezahlten Halbpension gehörige Abendbuffet verpassen würde. In einem anderen Fall habe ich bei einem Nachtflug eine bewusstlose Frau im Gang entdeckt während ein Passagier auf dem Sitzplatz daneben seelenruhig weiter gelesen hat und später zu mir sagte, dass die Passagierbetreuung Aufgabe der Crew sei und er deshalb nicht einsehe in dem vorherigen Fall irgendetwas zu tun.
    Solche Passagiere waren bzw. sind glücklicherweise selten, aber es gibt tatsächlich Menschen denen ein Abendessen wichtiger als ein Menschenleben ist.

  7. Es macht doch nachdenklich wenn man hier ließt wie kommunikativ es bei EUROWINGS zu geht.
    Bei drei Annullierungen in diesem Jahr wundert es mich garnicht mehr, waren die Annullierungen Corona bedingt geht es doch um die komenikation die trotz mehrfachen Anfragen gleich null waren.

  8. Was nun genau los war, wird uns wohl aus rechtlichen oder moralischen Gründen niemand mehr mitteilen (dürfen?), und das ist auch irgendwie ok. Was uns aber als verhinderte Passagiere des Rückflugs nach Hamburg nachhaltig irritiert, ist die mangelnde Transparenz zum Status Quo (Verspätung… Konsequenzen… Optionen… nächste Schritte… Rechte und Pflichten… Verbleib und Aushändigung der Koffer…). Keine Durchsagen, keine Lautsprecher für die heftig improvisierenden und immer nur für 5-10 Umstehende hörbaren Mitarbeiter, keine Mail oder SMS von Eurowings selbst. Bis heute. Die Stellungnahme von Eurowings – wieder ohne Hinweis auf Rechte – wurde nicht allen Passagieren beim erneuten Check-in ausgehändigt; wir erfuhren nur zufällig über andere davon. Das Internet war und ist leergefegt, so auch die Sozialen Medien. Das sollte heute besser zu managen sein, schon um deutlich zu nah stehende Gruppierungen auf der Suche nach Informationen in diesen Zeiten zu vermeiden.

  9. Meine Frau und ich waren gestern an Bord des Hinfluges (EW7526). Was wir dort erlebt haben, scheint uns auch heute noch schier unglaublich. Wir sind beide Risikopatienten und haben deshalb vor langer Zeit eine Reihe (inkl. Extra-Mittelplatz!) gebucht. Von den Notfällen an Bord haben wir mitbekommen, aber es spielte sich hinter uns ab (und wir sind bestimmt keine „Gaffer“). Nacheinander erschienen verschieden Personen, die sich einfach und ungefragt auf unseren „leeren“ Platz setzen wollten. Als wir freundlich sagten, dass es unser zusätzlich gebuchter Platz ist, kamen auf einmal kurz nacheinander 2 Crewmitglieder und beschimpften uns, dass sie uns wünschten, dass wir auch in dieser Maschine krank werden würden. Völlig irritiert fragten wir, was denn los sei und dass wir diesen Platz doch dazu gebucht haben. Die Antwort der Crew: Das ist gelogen! Ich habe einen Flugbegleiter zur Rede gestellt, der mich völlig ignoriert hat. Wir haben nach wie vor keine Ahnung, ob diese Personen etwas mit dem Notfall zu tun hatten und evtl. umgesetzt werden sollten. Ehrlich gesagt, wir sind bestimmt die Allerletzten, die nicht Hilfesuchenden helfen würden, aber Kommunikation und – die in diesem Fall beschriebene – Professionalität waren auf diesem Flug 6-. Wir freuen uns sehr, endlich wieder in unseren 2. Heimat zu sein und hoffen von Herzen, dass es den beiden Notfällen an Bord gut geht. Liebe Grüße an das gesamte Team

  10. Man scherzt doch nicht mit einem Todesfall. Den Airlines geht es eh schon schlecht und dann kommt so eine Aussage.

  11. Also hat eine extra eingeflogene Maschine mit der entsprechenden neuen Crew die Passagiere einen Tag später zurück nach HH geflogen? Die eigentliche Maschine ist samt Crew ohne Passagiere abgeflogen?

Antworten

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