Russischer Atomfrachter vor Fuerteventura: Kapitän wegen medizinischem Notfall ausgeflogen

Hubschrauber-Sevmorput

Wie wir bereits am 16.12.2020 berichteten, befand sich das russische Frachtschiff Sevmorput in internationalen Gewässern zwischen Fuerteventura und Marokko.

Bei dem Frachtschiff handelt es sich um das letzte zivile Schiff mit Atomantrieb, das außerdem wegen eines Schadens an der Antriebswelle auf den Rückweg in seinen Heimathafen nach Sankt Petersburg unterwegs ist.

Dieser Umstand, die geringe Geschwindigkeit und der ungewöhnliche Zick-Zack-Kurs, mit der die Sevmorput unterwegs war, hatte die kanarischen Behörden aufhorchen lassen.

Nach Rückfrage der Generaldirektion der Handelsmarine hatte der Kapitän des Frachters formal geantwortet. Alle Maschinen und die mechanische Ausrüstung funktioniere perfekt und es habe während der gesamten Reise keinen Stör- oder Zwischenfall mit dem Nuklearreaktor gegeben.

Evakuierung des Kapitäns wegen medizinischem Notfall

Die Sevmorput hatte sich am Abend des 16.12.2020 dann auf Höhe von Fuerteventura außerhalb der kanarischen Gewässer aufgehalten und musste dort auf die Seenotrettung der Kanaren warten. Wie sich herausstellte, musst der Kapitän des Schiffes wegen eines medizinischen Notfalls evakuiert werden.

Gegen 19.55h starteten zwei Helikopter der Seenotrettung von Teneriffa aus zu der Evakuierungsmission. Kurz nach 21h wurde der Kapitän des Frachters auf hoher See von einem der beiden Helikopter aufgenommen. Der zweite Helikopter war bereits gegen 20.45 Uhr abgedreht und zurück nach Teneriffa geflogen.

Der Kapitän des Frachters wurde nach Gran Canaria in die Klinik Dr. Negrín ausgeflogen, wo er gegen 21.45h ankam. Erste medizinische Erkenntnisse gehen von einer Meningitis aus.

Frachter nimmt wieder Fahrt auf

Nach der Evakuierung nahm der Frachter wieder Fahrt auf und setzte seinen Heimweg nach St. Petersburg fort.

Frachter änderte seine Route

Der russische Frachter, dem es wegen seines Atomantriebs verboten ist, in die meisten Häfen und Hoheitsgewässer weltweit einzulaufen, stand wegen des Zick-Zack-Kurses unter verschärfter Aufsicht durch die kanarischen und spanischen Behörden. Bereits am Morgen des 16.12.2020 hatten die Behörden einen Helikopter für eine Aufklärungsmission zu dem Frachter geschickt. Dieser überflog gegen 10.30h den Frachter und machte Bilder. Zu diesem Zeitpunkt befand sich der Frachter etwa 60 Seemeilen vor Gran Canaria.

Der Frachter wollte zunächst den internationalen Korridor zwischen den Inseln Teneriffa und Gran Canaria nutzen. Diese Idee wurde dann aber verworfen und der Frachter setzte seine Fahrt den internationalen Gewässern zwischen Fuerteventura und Marokko fort. Beide Länder hatten das Einlaufen des Frachters in ihre Hoheitsgewässer verboten und beobachteten der Frachter entsprechen scharf.

Am Morgen des 17.12.2020 befand sich die Sevmorput bereits rund 80 Seemeilen nördlich von Lanzarote.

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5 Kommentare

  1. @Regina – Die Farbe war nicht zu erkennen, dafür war es zu weit weg. Aber die Richtung stimmt ungefähr. Mittlerweile gibt es für das Schiff auf Marinetraffic keine aktuellen Angaben mehr; die Position vor Arrecife ist drei Tage alt.

  2. Wir haben gestern um die Mittagszeit etwa auf Höhe von Puerto Rosario für längere Zeit am Horizont ein größeres Schiff gesehen. Kann das die Sevmorput gewesen sein? Kann man von der Küste 40 SM weit sehen?

  3. Als ich das Schiff sowie den Helikopter getrackt hatte, befand es sich ca 40 sm von Costa Calma aus Richtung NO. Dieser Helikopter flog dann zurück zum Aeroporto von Fuerte.
    Gerne Maggy.

    Vielleicht hier off topic:
    Auf dem russischen Segelschulschiff MIR gab es bereits 1990 eine spezielle Kabine für Quarantänefälle, genannt Isolator.
    Da damals keine Pandemie herrschte, durfte ich diese Kabine als Passagier nutzen.
    Incl. Badewanne!

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